Vom legendären Mission Control in Houston mit dem Satz „Houston, wir haben ein Problem“ bis zum europäischen Weltraumbahnhof: Diese Orte bringen Besuchende früheren, aktuellen und künftigen Raumfahrtmissionen ganz nah.
Artemis II wirkt wie das perfekte Gegenmittel zu dem Chaos, das sich gerade auf der Erde abspielt.
Die Folgen des US-israelischen Angriffs auf den Iran beherrschen zwar die Schlagzeilen. Umso tröstlicher sind die Bilder der Crew, die zeigen, wie klein und unbedeutend wir im Vergleich zum Universum sind.
Die Mission läuft nur noch einige Tage. Die Crew soll am Freitag, dem 10. April, gegen zwei Uhr MESZ wassern. Die von den Bildern neu entfachte Faszination für den Weltraum dürfte jedoch deutlich länger anhalten.
Wer mehr über frühere, aktuelle und künftige Missionen erfahren möchte, kann viele Raumfahrtzentren und Startplätze auf der ganzen Welt besuchen. Hier eine Auswahl der Orte, die tatsächlich für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Space Center Houston, Texas, USA
Bei den Apollo-Missionen denken viele zuerst an zwei Zitate: Neil Armstrongs „That's one small step for a man, one giant leap for mankind“ und Jack Swigerts „Houston, we have a problem“.
Das zweite Zitat ist streng genommen eine Fehlzuschreibung, bekannt geworden durch den Film „Apollo 13“ aus dem Jahr 1995. Tatsächlich funkte Swigert: „Houston, we've had a problem here.“ Der Missionskontrollraum in Texas, an den Swigert sich wandte, existiert jedoch wirklich – und er steht Besuchern offen.
Das Space Center Houston bietet verschiedene Touren zum NASA Johnson Space Center an, darunter eine mit Stopp im Christopher C. Kraft Mission Control, wo Sie mehr über die historischen Missionen erfahren.
Im Space Center Houston selbst stehen zahlreiche Exponate, darunter das Kommandomodul von Apollo 17, Mondgesteinsproben und verschiedene Raumanzüge.
Außerdem informiert eine eigene Ausstellung über das Artemis-Programm und seine Zukunftspläne. Hinzu kommt eine immersive, multimediale Show über die Apollo- und Artemis-Missionen, gesprochen von Tom Hanks.
Kennedy Space Center Visitor Complex, Florida, USA
Alle Starts der NASA in Florida erfolgen entweder vom Kennedy Space Center oder von der Cape Canaveral Space Force Station. Der Besucherkomplex des Kennedy Space Center bietet die nächstgelegenen öffentlichen Aussichtsplätze für beide Standorte. Auf seiner Webseite (Quelle auf Englisch) informiert das Zentrum über bevorstehende Starts; dort lassen sich auch Tickets für öffentlich zugängliche Starts buchen.
Im Ticket für den Besucherkomplex ist zudem eine Busrundfahrt enthalten, die am Vehicle Assembly Building der NASA, an Startkomplex 39B (für die Artemis-Missionen) und an Startkomplex 39A (früher für Apollo, heute für SpaceX) vorbeiführt.
Außerdem besuchen Sie das Apollo/Saturn V Center mit einer restaurierten Saturn-V-Rakete, dem Apollo-14-Kommandomodul „Kitty Hawk“ und einem Stück Mondgestein zum Anfassen.
Im Besucherkomplex selbst warten ein Shuttle-Startsimulator und ein Rundgang durch die Astronaut Hall of Fame.
Space Expo, Noordwijk, Niederlande
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat ihren Hauptsitz in Paris. Ihr wichtigstes Technologiezentrum, das European Space Research and Technology Centre (ESTEC), liegt jedoch im niederländischen Noordwijk.
Über das Besucherzentrum Space Expo lassen sich Führungen durch ESTEC buchen. Dort erfahren Sie mehr über die Forschung der Agentur, die Wissenschaft hinter Raumfahrtmissionen und geplante Projekte.
In der Space Expo können Sie außerdem ein ISS-Modell im Maßstab eins zu eins erkunden und echte Satellitenaufnahmen der Erde aus dem All betrachten.
Guiana Space Centre, Französisch-Guayana
Der Weltraumbahnhof der ESA steht in Kourou in Französisch-Guayana, einem französischen Überseegebiet in Südamerika.
Zweimal täglich finden kostenlose Führungen statt. Sie führen zu den Startanlagen von Ariane 6 und Vega-C sowie in die Kontrollzentren und erklären zudem, wie Raumfahrt die Umwelt beeinflusst.
Wer zu einem Start vor Ort ist, kann sich einen der begrenzten Plätze auf den Zuschauerstandorten des Zentrums sichern oder von einem nahegelegenen Strand aus zusehen.
Auf dem Gelände des Guiana Space Centre befindet sich außerdem ein Museum, in dem Sie mehr über die Geschichte der europäischen Raumfahrtindustrie und des Weltraumbahnhofs erfahren.
Kosmodrom Baikonur, Kasachstan
Im Jahr 1961 schrieb Baikonur Geschichte: Von hier startete der erste Mensch ins All, und bis heute ist der Kosmodrom der wichtigste Startplatz Russlands für bemannte Raumflüge.
Seine Lage ist längst kein Geheimnis mehr. Dennoch gelangen Besucherinnen und Besucher heute nur im Rahmen geführter Touren auf das Gelände und in die Stadt – und die können sehr teuer werden.
Die Reisen sind meist auf Raketenstarts abgestimmt und beinhalten Besuche im Museum zur Geschichte des Kosmodroms, am Juri-Gagarin-Denkmal und natürlich an der Aussichtsplattform von Baikonur.
Wenchang Space Launch Site, Hainan, China
Viele Starts Chinas bleiben Ausländerinnen und Ausländern verschlossen, und auch den Weltraumbahnhof Wenchang können Sie nicht direkt besichtigen. Auf Hainan gibt es dennoch zahlreiche Möglichkeiten für Raumfahrtfans.
Im vergangenen Jahr eröffnete mit der Yaoguang Rocket Viewing Platform die erste öffentlich zugängliche Aussichtsplattform der Region, pünktlich vor einem Start einer Long-March-7A-Rakete. Neben der Tribüne informieren mehrere Ausstellungen über Chinas Raumfahrtprogramm; dazu kommen thematisch gestaltete Läden und Restaurants.
Eine Alternative ist das Hilton Wenchang: Von seinem Strand aus lassen sich Starts beobachten, der Weltraumbahnhof liegt nur drei Kilometer entfernt.