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ETIAS nach EES-Chaos: verzögert sich Europas neue 20-Euro-Reisegenehmigung?

Das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) soll im letzten Quartal 2026 starten.
Das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem ETIAS soll im letzten Quartal 2026 starten. Copyright  Photo by John Oswald on Unsplash
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Von Mike Starling
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Laut einem Bericht der "Financial Times" verschiebt die EU den Start des neuen europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems ETIAS auf 2027.

Für Europas Tourismusbranche waren die vergangenen Monate hart. Wegen der Einführung des Schengen-Einreise-/Ausreisesystems (EES) mussten Reisende an den Grenzen teils erhebliche Verzögerungen hinnehmen.

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Nun droht offenbar auch der Start eines weiteren Programms – des neuen Europäischen Reiseinformations- und -genehmigungssystems (ETIAS) – sich zu verzögern, berichtet die britische Financial Times (Quelle auf Englisch). Die Zeitung verweist auf die „chaotische Einführung“ des elektronischen Grenzkontrollsystems EES, die Reisen in den Schengen-Raum stark durcheinandergebracht habe.

Laut FT soll der Start von ETIAS, einem neuen Online-System zur vorherigen Einreisegenehmigung in die EU, auf 2027 verschoben werden. Auf der ETIAS-Website (Quelle auf Englisch) heißt es zwar, der Betrieb solle im letzten Quartal 2026 beginnen und offiziell gilt der Termin weiter. Die FT hält es jedoch für „unwahrscheinlich“, dass ETIAS noch in diesem Jahr startet.

Ähnlich wie beim US-System ESTA müssen Antragsteller 20 Euro zahlen und sich vor der Reise einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen.

Selbst wenn ETIAS den Betrieb aufnimmt, ist eine Übergangsphase von mindestens sechs Monaten geplant. Die EU (Quelle auf Englisch) erklärt, Reisende sollten in dieser Zeit ihre Reisegenehmigung beantragen. Wer noch keine hat, darf aber einreisen, solange die übrigen Einreisebedingungen erfüllt sind.

Erst EES in den Griff bekommen

Nach „technischen Pannen“ und einer „langsamen Einführung“ des EES hat die für ETIAS zuständige Agentur EU-Lisa eingeräumt, dass ein Start bis Jahresende nicht mehr machbar ist, berichtet die FT.

Eine in die Gespräche eingeweihte Person sagte der Zeitung, es gebe noch „einige IT-Probleme“ bei ETIAS, der Schwerpunkt müsse derzeit aber auf EES liegen. „Wir sollten erst EES aufräumen, bevor wir ein weiteres System einführen, das die Schlangen noch einmal verlängert“, wurde sie zitiert.

Eine andere Quelle nannte einen Start von ETIAS in diesem Jahr „illusorisch“.

EES nicht perfekt, bleibt aber in Betrieb

Seit April 2026 ist das EES im gesamten Schengen-Raum vollständig in Betrieb. Das System ersetzt für die meisten Nicht-EU-Reisenden den Stempel im Pass. Stattdessen erfasst es Ein- und Ausreisen digital und speichert biometrische Daten, darunter Fingerabdrücke und Gesichtsbilder.

EES soll die Grenzsicherheit stärken, Visa-Überzieher identifizieren und das Management der Außengrenzen erleichtern. Europas Luftfahrtbranche berichtet jedoch an vielen Flughäfen vom Gegenteil.

Am ersten Juli richteten die Luftfahrtverbände ACI Europe, Airlines for Europe (A4E) und der Weltluftfahrtverband IATA einen dringenden Appell an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie warnten, die Einführung von EES habe einen „kritischen Punkt“ erreicht und verursache massive Störungen für Millionen Reisende.

Nur eine Woche vor Beginn der wichtigsten Sommerferienzeit weist die EU Forderungen nach einer Aussetzung von EES zurück, obwohl sie laut einem Bericht des Guardian (Quelle auf Englisch) selbst von „20 schwierigen Stellen“ mit Warteschlangen-Chaos spricht. EU-Vertreter räumen ein, EES sei „nicht perfekt“. Eine vollständige Aussetzung sei aber „nicht nötig“ und „nicht möglich“.

Was ist ETIAS?

Nach den ETIAS-Regeln müssen Reisende ohne Visumspflicht aus Nicht-EU-Staaten – darunter das Vereinigte Königreich, Australien, die USA und Kanada – vor Kurzaufenthalten im Schengen-Raum künftig eine Genehmigung einholen.

Dafür müssen Besucher online einen Antrag ausfüllen, persönliche Angaben machen, Sicherheitsfragen beantworten und eine Gebühr zahlen. Die Genehmigung wird mit dem Reisepass verknüpft und gilt drei Jahre oder bis der Pass abläuft.

Reisende aus 60 Nicht-EU-Staaten müssen ETIAS nutzen, es gibt jedoch einige Ausnahmen. Die Gebühr von 20 Euro entfällt für Kinder unter 18 Jahren und Erwachsene über 70, sie müssen die Genehmigung aber dennoch beantragen.

ETIAS gilt in 30 europäischen Ländern: in allen EU-Staaten außer Irland sowie in Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz.

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