Damit Ihnen weder Geldstrafen noch Beschlagnahmungen drohen: Diese Strandregeln in Europa sollten Sie im Sommer kennen.
In Europa ist die Saison der verträumten Tage am Meer in vollem Gange. Zugleich wächst der Druck durch Übertourismus und die Gefahr für die Küstenökosysteme. Viele Strände reagieren daher mit immer strengeren Regeln.
Wer keine Beschlagnahmung seines Strandgepäcks oder Bußgelder riskieren möchte, sollte diese oft unbekannten Regeln am Strand kennen.
Verbote für Strandutensilien
An einigen Stränden ist Strandzubehör verboten, um die Natur zu schützen.
Auf Sardinien hat der Strand Punta Molentis in Villasimius die Nutzung von Sonnenschirmen, Zelten und Pavillons stark eingeschränkt.
Der örtliche Bürgermeister hatte zunächst angekündigt, dass nur Menschen über 65 oder mit Kindern unter zehn Jahren einen Sonnenschutz aufstellen dürfen. Nach heftiger Kritik gilt nun: ein Schirm oder Zelt pro Familie oder Gruppe, und zwar nur an den von den Strandwarten ausgewiesenen Stellen.
Am Strand La Pelosa, ebenfalls auf Sardinien, dürfen Besucher Handtücher nur benutzen, wenn sie eine Matte darunterlegen, die weniger Sand aufnimmt. Die Vorschrift soll in diesem Jahr strenger kontrolliert werden; es drohen Verwarnungen von 100 Euro direkt am Strand.
In Griechenland zählt inzwischen 251 Strände, an denen keinerlei Aufbauten erlaubt sind – weder vermietete Liegen und Sonnenschirme noch provisorische Holzplattformen.
Strafen für Platzreservierung im Sand
In einer spanischen Küstenstadt kann das frühe Reservieren eines Platzes am Strand eine Geldstrafe nach sich ziehen.
In Calpe an der Costa Blanca ist es verboten, vor 9.30 Uhr Gegenstände wie Stühle, Liegen oder Sonnenschirme im Sand abzustellen.
Wer sich nicht daran hält, muss mit 250 Euro Bußgeld rechnen. Die Polizei nimmt zudem die Ausrüstung mit und bringt sie ins städtische Depot.
Auch unbeaufsichtigtes Strandzubehör, das länger als drei Stunden liegen bleibt, kann eingesammelt werden.
Rauchverbot am Strand
An mehr als 600 Stränden in Spanien sind Rauchen und Dampfen inzwischen verboten, darunter die Strände in Barcelona, San Sebastián sowie viele Küstenabschnitte auf den Kanarischen Inseln und den Balearen.
Frankreich hat im vergangenen Jahr landesweit das Rauchen an Stränden mit Badegewässern untersagt. Verstöße kosten 135 Euro.
Auch in Italien haben viele Küstengebiete ein Zigarettenverbot verhängt, vor allem in den Regionen Venetien, Emilia-Romagna, Sardinien und Apulien.
Badebekleidung gehört nicht auf die Straße
Städte in Strandnähe gehen zunehmend gegen Badebekleidung auf offener Straße vor.
Im süditalienischen Sorrento riskieren Menschen, die im Bikini oder in Badehose durch die Stadt spazieren, eine Geldstrafe von bis zu 500 Euro.
Im portugiesischen Ferienort Albufeira müssen alle, die außerhalb ausgewiesener Strandbereiche, Hotelzonen oder Pools ausschließlich Badebekleidung tragen, zwischen 300 und 1.500 Euro zahlen.
In Teilen Spaniens, etwa in Barcelona und auf Mallorca, ist es zudem verboten, oben ohne oder in Badebekleidung in Geschäfte und Restaurants zu gehen. Wer sich nicht daran hält, muss mit bis zu 300 Euro Strafe rechnen.
Im andalusischen Málaga hat die Stadtverwaltung Hinweisschilder auf Englisch montiert. Sie erinnern Besucher daran, dass die örtlichen Verhaltensregeln – einschließlich Vorgaben zur Bekleidung – auch für sie gelten.
Auch in den Küstenstädten Split, Dubrovnik und Hvar in Kroatien gelten neue Vorschriften gegen „Störungen der öffentlichen Ordnung“. Sie richten sich gegen Menschen, die oben ohne oder in Badebekleidung durch die Orte laufen; es drohen bis zu 150 Euro Strafe.
In Nizza in Frankreich können sowohl Touristinnen und Touristen als auch Einheimische, die oben ohne durch die Stadt laufen, direkt mit 35 Euro zur Kasse gebeten werden. Wer dort badet, wo oben ohne verboten ist, zahlt 38 Euro.
Die am Comer See gelegene Gemeinde Varenna in Italien orientiert sich an den Küstenorten: Touristinnen und Touristen mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung müssen mit bis zu 200 Euro Strafe rechnen.
Urinieren im Meer verboten
Die nordspanische Stadt Vigo in Galicien verhängt seit 2022 ein Bußgeld von 750 Euro für das, was sie als „physiologische Entleerung am Strand oder im Meer“ bezeichnet – gemeint ist Wasserlassen im Meer.
Seit 2024 zieht Marbella nach. Dort ist Unterwasserurinieren an 25 Stränden der Gemeinde Málaga ausdrücklich verboten.
Musik am Strand leiser drehen
In Portugal müssen Strandbesucher mit hohen Geldstrafen rechnen, wenn sie ihre Musik zu laut aufdrehen.
Seit 2023 verbietet die nationale Seefahrtsbehörde AMN tragbare Lautsprecher, die Musik in hoher Lautstärke abspielen und damit Einheimische wie Urlauber stören.
Einzelpersonen zahlen zwischen 200 und 4.000 Euro, Gruppen zwischen 2.000 und 36.000 Euro. Der störende „Gegenstand“ – etwa ein Lautsprecher – kann außerdem eingezogen werden.
Keine Elefanten am Strand
In ganz Europa gelten zusätzliche Regeln für Tiere am Strand.
An vielen Stränden in Italien, Spanien, Frankreich und Kroatien sind Hunde in der Hochsaison nicht erlaubt, vor allem an mit dem Blue Flag-Siegel ausgezeichneten Abschnitten. Mancherorts dürfen sie nur früh morgens oder spät abends an den Strand.
Ähnlich streng sind vielerorts die Regeln für Pferde, die im Sommer häufig komplett vom Strand verbannt sind.
Wer mit dem Gedanken spielt, sogar einen Elefanten mit an den Strand zu nehmen, sollte Granville in der Normandie meiden. Dort sind die Tiere seit 2009 verboten, nachdem ein reisender Zirkus seine Elefanten im Meer baden ließ und sie ihre Hinterlassenschaften im Wasser zurückließen.