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Oster- und Sommerurlaub: Teure Flüge wegen Iran-Krieg?

Wie teuer werden in den nächsten Wochen und Monate die Flüge? (Symbolfoto)
Wie teuer werden in den nächsten Wochen und Monate die Flüge? (Symbolfoto) Copyright  AP Photo
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Von Zara Riffler
Zuerst veröffentlicht am
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Die Flugtickets steigen aufgrund des Iran-Krieges. Deutsche Urlauber müssen sich bei ihren Reisebuchungen für Ostern und Sommer auf höhere Preise einstellen. Einige europäische Reiseziele sowie rechtzeitiges Buchen könnte sich in dieser Situation lohnen.

Der Militäreinsatz der USA und Israels gegen den Iran führt zu Preissteigerungen im Energiebereich. Die Handelsstraße von Hormus im Persischen Golf ist immer noch durch das iranische Regime blockiert. Weiterhin finden Angriffe auf Tanker, Raffinerien und Öl-Infrastruktur statt.

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Der Brent-Ölpreis hat einen dramatischen Anstieg erlebt und die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, also pro Fass, überschritten – erstmals seit 2022. Auch die Kerosinpreise steigen und der Flugzeugsprit macht bei den meisten Airlines 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten aus.

Dies führt dazu, dass das Fliegen für Urlauber teurer wird und in den nächsten Wochen noch teurer werden kann.

Denn Kerosinpreise steigen meist noch stärker als Rohölpreise, aufgrund sogenannter Panikaufschläge. Kerosin wird zu einem großen Teil aus Öl hergestellt. Die hohen Mehrkosten werden teilweise an die Passagiere weitergegeben.

Am Montagmorgen sagte Sven Maertens, Vize-Direktor am Institut für Luftverkehr des Luft- und Raumfahrtzentrums, zur Frankfurter Rundschau: "Steigen die Öl- und damit die Kerosinpreise dauerhaft, ist mittelfristig damit zu rechnen, dass Airlines diese Mehrkosten zumindest teilweise über höhere Ticketpreise weitergeben."

Mittelfristig bedeutet: Die hohen Flugpreise könnten bei einem längeren Iran-Konflikt über Ostern und sogar über den Sommer teurer werden.

Worauf sich deutsche Urlauber jetzt einstellen müssen

Erkennbare Preissteigerungen für deutsche Reisende finden sich bereits deutlich. So betrifft es vor allem aktuell Strecken wie Frankfurt nach Singapur (vor dem Krieg noch zwischen 400 und 800 Euro, nun auf mehr als 2000 Euro für Hin- und Rückflug gestiegen) oder München/Frankfurt nach Delhi (zuvor: 600 bis 800 Euro, nun bis zu 2000 Euro).

Früh buchen kann den Urlaub vor extremen Kosten dieses Jahr bewahren.
Früh buchen kann den Urlaub vor extremen Kosten dieses Jahr bewahren. AP Photo

Auch andere Asien-Routen wie z.B. Bangkok, Mumbai oder Peking sind von einer 2–5-fachen Teuerung betroffen. Ebenso gibt es bei Strecken mit dem Reiseziel Australien teurere Flugtickets.

In 1 bis 2 Wochen könnten Preise wieder teils fallen

Ein Grund dafür ist auch, dass die Golfregion ein wichtiger Umsteigeort ist und aufgrund des Iran-Konfliktes aktuell als solcher entfällt. Wenn die großen Golf-Airlines wie Emirates, Etihad und Qatar Airways ihren Flugverkehr mittelmäßig bis voll wieder aufnehmen würden, könnte sich auch die Situation der Flugpreise rasch entspannen – besonders für deutsche Urlauber.

Die Airline Emirates hat bereits angekündigt, einen reduzierten Flugplan zu betreiben. Aktuell streben sie eine ehrgeizige Rückkehr von bis zu 100 Prozent des Flugnetzwerkes in den nächsten Tagen, also maximal in 1 bis 2 Wochen, an.

Europäische Reiseziele sind bisher noch ohne extreme Preisansprünge.
Europäische Reiseziele sind bisher noch ohne extreme Preisansprünge. AP Photo

Womöglich könnten dann die Preise um 30 bis 70 Prozent oder mehr wieder fallen – je nach Route. Dies könnte spätestens in 7 bis 14 Tagen spürbar für den Verbraucher werden.

Allerdings würde dann immer noch der reine Kerosin-Preisanstieg bestehen bleiben und in die Ticketpreise hereinfließen. Deutsche Reisende müssen also weiterhin mit extremen Preissprüngen rechnen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnete gegenüber dem Sender ntv vor einigen Tagen schon damit, dass aufgrund des Iran-Krieges viele Airlines höhere Treibstoffkosten über Ticketpreise weitergeben müssen. Dies betreffe Reisepläne vor allem nach Asien, China und auch Südafrika.

Das könnten Urlauber jetzt tun

Experten empfehlen im Hinblick auf das Szenario, dass die Flugpreise aufgrund des Konfliktes im Nahen Osten weiter ansteigen könnten, frühzeitig die Flüge zu buchen. Auch hilft es, Flugstrecken verschiedener Airlines im Preis zu vergleichen**,** da oft auch Buchungszeitpunkt, verbleibende Sitzplatzkapazität oder die aktuelle Nachfrage beim Preis eine Rolle spielen.

Zudem ist es auch empfehlenswert für jeden Bucher, die Preise regelmäßig zu beobachten und bei Flugtracking-Plattformen "Benachrichtigungseinstellungen" zu aktivieren.

Ebenso könnten sich Extrakosten durch das Abschließen einer Reiseversicherung vermeiden lassen. Vor allem wenn Urlauber aufgrund von Umsteigen über der Golfregion einem besonderen Risiko an Verzögerungen, Stornierungen oder Ausfällen ausgesetzt sind.

Europa-Ziele trifft es weniger hart

Umgehen lassen sich die Preise bisher jedenfalls nicht: Aktuell gibt es durch den Iran-Krieg keine Reiseziele, bei denen die Flugpreise für Ostern 2026 komplett ohne jegliche Preiserhöhung geblieben sind.

Doch: Bei einigen klassischen Europa-Zielen ist der Preisanstieg bisher moderat.

Deutsche Urlauber müssen in den nächsten Wochen mit höheren Flugpreisen rechnen.
Deutsche Urlauber müssen in den nächsten Wochen mit höheren Flugpreisen rechnen. AP Photo

Für deutsche Urlauber finden sich aktuell die günstigsten Preise – ohne extreme Preissprünge aktuell – bei den Reisezielen Spanien(Mallorca, Kanaren, Costa del Sol, Barcelona, Andalusien), Portugal (Algarve, Porto, Lissabon), Italien(Sizilien, Sardinien, Rom, Mailand, Apulien) und Griechenland (Kreta, Rhodos, Athen, Kos).

Auch eine günstigere Option wären Kroatien, Bulgarien sowie nordeuropäische Städtereisen nach London, Budapest oder Stockholm.

Deutlich fallen würden die Flugpreise höchstwahrscheinlich erst wieder, wenn der Iran-Krieg ein erkennbares Ende fände.

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