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Moldau, Liechtenstein, San Marino: europäische Länder, die kaum jemand besucht

Luftbild eines Dorfes in Liechtenstein
Luftaufnahme eines Dorfes in Liechtenstein Copyright  Rodrigo Curi/Pexels
Copyright Rodrigo Curi/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Diese wenig bereisten Länder verbinden reiche Kultur, spektakuläre Natur und originelle Sehenswürdigkeiten – perfekt für Entdecker jeden Typs weltweit.

In vielen europäischen Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien und Frankreich nimmt der Overtourismus zu. Reisende suchen deshalb nach Zielen, an denen sie den Massen entgehen und trotzdem einen unvergesslichen Urlaub verbringen können.

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Diesen Trend treiben vor allem die Generation Z und die Millennials voran. Sie suchen auf ihren Reisen unbekannte Orte und authentische Erlebnisse. Das reicht von Alternativen zu überlaufenen Ferienklassikern bis hin zu abgelegenen Gegenden, in denen lokale Gemeinschaften und Naturschutz im Mittelpunkt stehen.

Auch die Suche nach günstigeren Reisezielen treibt diese Entwicklung an.

Welche unterschätzten europäischen Länder kommen also für den nächsten Trip infrage?

Republik Moldau: Alte Weinkultur und sowjetische Geschichte

Die Republik Moldau gehört zu den am wenigsten besuchten und zugleich günstigsten Reiseländern Europas. Laut Daten des Nationalen Statistikamts, auf die sich SeeNews (Quelle auf Englisch) beruft, kamen im Jahr 2025 nur rund 525.100 Gäste ins Land.

Reisende, die authentische und intensive Erlebnisse suchen, kommen hier voll auf ihre Kosten: unberührte ländliche Landschaften und eine reiche Gastronomie prägen das Bild.

Das Land vereint Einflüsse der sowjetischen, lateinischen, slawischen und rumänischen Kultur. Besonders deutlich wird das in der Architektur, etwa im sozialistischen Realismus der Hauptstadt Chișnǎu.

Die Republik Moldau ist berühmt für ihre lange Weingeschichte. Besucher können Mileștii Mici erkunden, den größten Weinkeller der Welt, und das Weingut Cricova, eine riesige unterirdische Weinstadt.

Staunen Sie über die wie eingefroren wirkende Region Transnistrien, die vielen als lebendiges Museum der Sowjetzeit gilt, oder besuchen Sie das Klosterensemble Orheiul Vechi (Alt-Orhei) rund sechzig Kilometer nördlich von Chișnǎu. In die Kalksteinfelsen dort sind jahrhundertealte Höhlenklöster gehauen.

Wanderer und Naturliebhaber erkunden den schönen Codrii-Wald oder spazieren durch den Stefan-cel-Mare-Park in Chișnǎu.

Auf den Tisch kommen deftige moldauische Gerichte wie mămăligă (Polenta) und plăcinte (gefüllte Teigtaschen), dazu lokaler Wein und Obstbrand.

Wer mag, taucht in das Landleben ein, lernt traditionelle Handwerke kennen und erlebt Bräuche und Anbaumethoden, die seit Generationen weitergegeben werden.

Liechtenstein: Märchenflair und Alpenpanorama

Auch Liechtenstein zählt zu den europäischen Ländern mit sehr wenigen Gästen: Im Jahr 2022 kamen laut Planet of Hotels (Quelle auf Englisch) nur rund 85.000 Touristinnen und Touristen. Der Zwergstaat gehört zu den kleinsten Ländern der Welt und ist eines von nur zwei doppelt binnengelegenen. Dennoch bietet er große Natur: spektakuläre Alpenlandschaften und ein fast märchenhaftes Flair mit Schloss auf dem Hügel.

Mit der rund 35-minütigen Citytrain-Tour durch Vaduz verschaffen sich Besucher einen Überblick über das Land. Unterwegs erfahren sie mehr über das traditionelle Leben in den Bergen, die Geschichte des Fürstenhauses und die zeitgenössische Kunstszene.

Wer gern wandert, steigt zum Vaduzer Schloss hinauf und genießt die Aussicht. Kulturfans besuchen das Liechtensteinische Landesmuseum, das Postmuseum oder die Schatzkammer. Weinliebhaber probieren bei einer Verkostung die Tropfen aus dem fürstlichen Weingut.

Freunde moderner und zeitgenössischer Kunst kommen im Kunstmuseum Liechtenstein auf ihre Kosten, einem markanten „Black Cube“ im Herzen von Vaduz.

Skifahrer übernachten in Malbun, einem gemütlichen Bergdorf, das im Winter für seine Pisten und im Sommer für seine Wanderwege bekannt ist. Tierliebhaber brechen von Triesenberg aus zu geführten Lama-Touren in die Berge auf.

Ein ungewöhnliches Souvenir: Im Liechtenstein Center in Vaduz können sich Besucher ihren Reisepass stempeln lassen.

San Marino: Hügellandschaft in der ältesten Republik der Welt

Trotz seines Status als UNESCO-Welterbe-Mikrostaat und als älteste Republik der Welt zieht San Marino, umgeben von Italien, vergleichsweise wenige Touristen an. Laut Visit San Marino kamen im Jahr 2025 etwas mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besucher.

Der Staat gehört zu den wohlhabendsten Mikronationen Europas und bietet dramatische Panoramablicke auf die Adria und die italienische Landschaft.

Am besten entdeckt man San Marino zu Fuß. Entlang des Hexenpfads (Passo delle Streghe) liegen die drei mittelalterlichen Türme Cesta, der im elften Jahrhundert errichtete Guaita und der aussichtsreiche Montale. Von hier öffnen sich eindrucksvolle Blicke auf die Adria und den Apennin.

Auf der Piazza della Libertà und im Palazzo Pubblico gewinnen Besucher Einblicke in das politische Leben San Marinos und können die Wachablösung beobachten. Sehenswert ist auch die neoklassizistische Basilika des heiligen Marinus.

Wer mehr Nervenkitzel sucht, fährt mit der Panorama-Seilbahn von Borgo Maggiore hinauf in die Altstadt und genießt den Blick.

Sportliche Besucher wandern auf dem Klippenweg Sentiero della Rupe. Für geschichtliche und kulturelle Einblicke lohnen sich das Staatsmuseum von San Marino sowie das Briefmarken- und Münzmuseum. In den gepflasterten Gassen locken zudem zahlreiche Läden mit Briefmarken, Keramik und kunsthandwerklichen Produkten.

Kosovo: Raues Bergland und osmanisches Erbe

Kosovo, der jüngste Staat Europas, liegt auf den touristischen Landkarten noch im Schatten. Das Land bietet eine besondere Mischung aus dramatischen Bergen, lebendiger Café-Kultur und reichem osmanischem Erbe. Laut Daten der Statistikbehörde reisten im Jahr 2025 rund 463.000 Gäste ein.

In Prizren steigen Besucher zur Kalaja-Festung hinauf und blicken von dort über die ganze Stadt. Sehenswert ist auch die Sinan-Pascha-Moschee aus dem siebzehnten Jahrhundert.

In der Hauptstadt Pristina flanieren Reisende über den Mutter-Teresa-Boulevard oder besuchen das ikonische Newborn-Denkmal. Ein weiteres Highlight ist die Nationalbibliothek mit ihrer markanten brutalistischen Architektur.

Unweit von Pristina liegt das UNESCO-geschützte Kloster Gračanica. Ebenfalls einen Abstecher wert ist das Visoki-Dečani-Kloster aus dem vierzehnten Jahrhundert nahe Peja.

Wanderer zieht es in das Rugova-Gebirge oder zu den Mirusha-Wasserfällen mit ihren Aussichtspfaden und Badestellen. Tierfreunde besuchen das Bärenschutzgebiet bei Pristina, in dem ehemals in Gefangenschaft gehaltene Braunbären leben.

Im ältesten Basar des Landes, dem Großen Basar von Gjakova, warten traditionelle Cafés und Handwerksläden. Kulinarisch locken Spezialitäten wie flija, ein geschichteter Pfannkuchen, und gebapa vom Grill.

Nordmazedonien: Naturparadies mit reichem Kulturerbe

UNESCO-geschützte Orte wie der Ohridsee erleben seit einigen Jahren mehr Zulauf. Insgesamt bleibt Nordmazedonien (Quelle auf Englisch) aber noch immer ein wenig bereistes Ziel. Zwischen Januar und November vergangenen Jahres kamen laut Statistikamt rund eine Million zweihunderttausend Besucherinnen und Besucher ins Land.

Nordmazedonien lockt mit eindrucksvoller Natur, Balkangeschichte und einem vielfältigen kulturellen Erbe.

Die Hauptstadt Skopje vereint moderne Bauten und Architektur im osmanischen Stil. Hier wurde auch Mutter Teresa geboren.

Besucher fahren an den Ohridsee, einen der tiefsten und ältesten Seen Europas, oder zur Kirche des heiligen Jovan Kaneo aus dem dreizehnten Jahrhundert. In der Altstadt von Ohrid lässt es sich durch enge Gassen schlendern; sehenswert ist auch das Kloster des heiligen Naum. Schmuckfans greifen zu traditionellen Ohrid-Perlen.

In Skopje bummeln Reisende durch den Alten Basar, besuchen die Kale-Festung und überqueren die Steinbrücke. Auf dem Mazedonien-Platz stehen zudem zahlreiche Denkmäler.

Wer mehr Abenteuer sucht, unternimmt eine Bootsfahrt zur Vrelo-Höhle oder wandert entlang der Steilhänge der Schlucht. In der Umgebung warten weitere kleinere Klöster.

Zudem gibt es in Nordmazedonien drei Nationalparks – Mavrovo, Pelister und Galicica. Sie locken mit hohen Gipfeln, steinigen Pfaden und Gletscherseen sowie seltener Tierwelt wie dem Balkaluchs und dem Krauskopfpelikan.

Im Vardar-Tal laden Weingüter zu Besichtigungen und Verkostungen ein; hier probieren Gäste auch den lokalen Obstbrand Rakija.

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