Saudi-Arabiens Gigacity-Projekt nimmt Tempo auf: geplanter Knotenpunkt für internationalen Motorsport, Pferderennen sowie Wohn-, Freizeit- und Ganzjahrestourismus.
In Saudi-Arabien entsteht ein neuer Komplex für Kurz- und Langzeitaufenthalte. Er wird direkt auf eine Rennstrecke blicken, auf der bald Formel-eins-Boliden ihre Reifen zum Qualmen bringen.
Hinter dem Vorhaben steht die Megastadt Qiddiya City. Geplant sind ein Fünf-Sterne-Sports-Car-Hotel mit 89 Zimmern, ein Vier-Sterne-F1-Overlook-Hotel mit 168 Zimmern sowie 65 Service-Apartments für längere Aufenthalte.
Nach Angaben des Magazins Fact Saudi Arabia entsteht das Ensemble im Core Resort District von Qiddiya, im Bereich East Village South. Der Wohnkomplex soll demnach voraussichtlich bis 2034 fertig sein und dann für die Öffentlichkeit öffnen.
Der Standort liegt rund 45 km vom Zentrum Riad und 70 km vom Internationalen Flughafen König Chalid entfernt. Nach der Fertigstellung soll Qiddiya City dreimal so groß sein wie Paris und als All-in-one-Ziel für Arbeit, Freizeit, Shopping und Wohnen dienen.
Qiddiya City gilt als ambitioniertes neues Gigaprojekt des Königreichs. Es soll Einwohner, Touristinnen und Touristen sowie Branchenprofis in einer vollständig integrierten, fußläufigen Stadtlandschaft mit Angeboten aus Entertainment, Sport und Kultur verbinden.
Dazu gehört der geplante Motorsportkomplex Speed Park. Dort sollen in der Hochsaison große internationale Rennen stattfinden, darunter auch Formel-eins-Events. In ruhigeren Monaten sind offene Streckentage für die Öffentlichkeit vorgesehen.
Der neue Wohn- und Hotelkomplex entsteht mitten in diesem Areal und blickt direkt auf die Rennstrecke.
Ein Blick geht bereits auf einen möglichen Weltrekord: Die 70 Meter hohe „Blade“-Strecke, entworfen vom früheren Formel-eins-Piloten Alex Wurz und Streckendesigner Hermann Tilke, soll die erste erhöhte Kurve einer Rennstrecke weltweit werden.
Qiddiya City: Von Rennmotoren zu Pferdestärken
Die Pläne von Qiddiya City als internationales Sportzentrum gehen jedoch weit über den Motorsport hinaus.
Parallel zum Speed Park entsteht auch eine neue Pferderennbahn.
Die geplante Rennbahn soll unterschiedliche internationale Rennformate aufnehmen. Herzstück wird die erste „Straight-Mile“-Grasbahn der Region, auf der die Pferde auf einer geraden Strecke ohne Kurven laufen.
In Europa, etwa in Ascot, ist diese Distanz üblich. Sie dient dazu, Tempo, Balance und Ausdauer der Pferde auf einer Geraden zu testen. In Qiddiya kommen außerdem eine 2.200 Meter lange Hauptgrasbahn und eine 2.400 Meter lange innere Sandbahn dazu.
„Diese Anlage spiegelt den Anspruch der Qiddiya Investment Company wider, neue globale Maßstäbe zu setzen“, sagte (Quelle auf Englisch) Abdullah Aldawood, Geschäftsführer der Qiddiya Investment Company.
„Jedes Detail – von der Rennperformance und dem Wohl der Pferde bis hin zu Hospitality und Fanerlebnis – ist darauf ausgelegt, die Erwartungen der weltweit führenden Rennsportnationen zu erfüllen.
Im Einklang mit unserer übergeordneten Vision für Qiddiya City soll dieses hochmoderne Gelände vollständig barrierefrei sein und ein neues Kapitel der Zuschauerbeteiligung und -erlebnisse aufschlagen.“
Zentrum der Anlage ist eine Tribüne mit 21.000 Sitzplätzen. In der Hochsaison rechnen die Planer mit bis zu 70.000 Besucherinnen und Besuchern.
Abseits der Rennbahn entstehen zudem neun Fine-Dining-Restaurants mit Menüs von Michelin-Sterneköchen – Teil des Ziels, das Areal ganzjährig attraktiv zu machen.
Zum Angebot von Qidiyya City gehört auch ein hochmodernes Pferdekrankenhaus, das Hengste und Stuten umfassend betreut – von Diagnostik über Operationen und Reha bis zur Notfallversorgung.
Nach der Fertigstellung soll die Anlage zudem zur festen Heimat des Saudi Cup werden. Dieses Rennen bringt derzeit auf der King-Abdulaziz-Rennbahn in Riad die besten Vollblüter und Jockeys der Welt zusammen – alle mit dem Ziel, das „reichste Pferderennen der Welt“ und sein Preisgeld von 20 Millionen Dollar (rund 16,9 Millionen Euro) zu gewinnen.