Fluggesellschaften weltweit streichen im Mai tausende Flüge und verringern ihre Kapazität wegen Kerosinmangels. Familien drohen Störungen in den Ferien.
Reisepläne für die schulfreie Half-term-Woche könnten kräftig ins Wanken geraten: Weltweit streichen Fluggesellschaften rund 13.000 für Mai geplante Flüge.
Nach Daten des Luftfahrtanalyse-Unternehmens Cirium haben Fluggesellschaften allein in den vergangenen zwei Wochen fast zwei Millionen Sitzplätze aus den Flugplänen für Mai gestrichen.
Demnach sank die Zahl der im Mai weltweit verfügbaren Sitze über alle Airlines hinweg in den letzten zwei Aprilwochen von 132 auf 130 Millionen.
Die gestrichenen Flüge treffen vor allem Einzelreisende und Familien, die für die schulfreie Woche Ende Mai in Großbritannien und Teilen Kontinentaleuropas bereits einen Auslandsurlaub gebucht haben.
Zu den europäischen Airlines, die Verbindungen streichen, zählen Turkish Airlines, Lufthansa, British Airways und KLM.
Die knapp zwei Millionen Plätze erfassen noch nicht die massiven Einschränkungen, die der Sommer für den Passagierluftverkehr voraussichtlich bringen wird.
Schwieriger Sommer für die Luftfahrt
Viele Airlines haben zusätzlich Millionen von Sitzen aus dem Angebot genommen und setzen kleinere Flugzeuge ein. Grund ist der anhaltende Mangel an Kerosin, der mit dem Konflikt um Iran zusammenhängt und Flugpläne durcheinanderbringt – mit wachsendem Risiko für Urlaubsreisende.
Neben Turkish Airlines trifft der Treibstoffmangel die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa besonders hart. Sie hat rund 20.000 Kurzstreckenverbindungen aus ihrem Sommerflugplan gestrichen.
Seit Beginn des Iran-Konflikts im Februar hat sich der Preis für Kerosin mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Schließung der Straße von Hormus, über die sonst etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird.
Weltweit haben viele Airlines auf beliebten Strecken die Ticketpreise erhöht und weniger gefragte Verbindungen komplett aufgegeben. Um Treibstoff zu sparen, setzen sie zudem weiterhin verstärkt kleinere Maschinen ein.
Im Vereinigten Königreich kündigte Verkehrsministerin Heidi Alexander an, eine Regel vorübergehend auszusetzen, die Airlines verpflichtet, Start- und Landerechte an britischen Flughäfen regelmäßig zu nutzen, sonst fallen sie an Wettbewerber.
Damit können Anbieter wie British Airways Flüge streichen, ohne ihre wertvollen Slots zu verlieren.
Im weiteren Verlauf von Frühling und Sommer müssen Passagiere auf stark nachgefragten Flügen damit rechnen, auf Verbindungen an einem anderen Tag umgebucht zu werden, auch wenn ihr Flug nicht gestrichen ist. Dadurch könnte sich ihr Urlaub verkürzen.