Kurz vor Beginn der Urlaubssaison werden europaweit wieder die Strände mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Während Italien die Rangliste anführt, überrascht in Deutschland vor allem ein Bundesland und zeigt, dass nachhaltiges Badevergnügen auch ohne Mittelmeer möglich ist.
Kurz vor Beginn der Urlaubssaison in Europa kursieren wieder zahlreiche Rankings zu den sogenannten "Blauen Flaggen"-Stränden. Während Italien mit mehr als 500 ausgezeichneten Küstenabschnitten die Liste anführt, haben auch Griechenland und Spanien viele Strände mit dem begehrten Umweltsiegel zu bieten.
Für ein nachhaltiges Badeerlebnis muss jedoch niemand zwingend ins Flugzeug steigen. Auch Deutschland verfügt über eine lange Liste an Stränden und Marinas, die mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden.
Für die Bundesrepublik ist das Jahr zudem ein besonderes: Die internationale Auszeichnung wird hierzulande inzwischen seit 40 Jahren vergeben.
Überraschender Platz 2
Im 40. Jahr der Blauen Flagge wurden deutschlandweit 85 Sportboothäfen sowie 33 Badestellen an Küsten und Binnengewässern mit dem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet.
Spitzenreiter ist in diesem Jahr Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 33 Blauen Flaggen - der Großteil davon entfällt auf Strände und Badestellen.
Auf Platz zwei folgt überraschend Baden-Württemberg mit 20 Auszeichnungen. Allerdings handelt es sich dabei fast ausschließlich um Sportboothäfen - nur eine der ausgezeichneten Einrichtungen ist eine Badestelle.
Es folgen Rheinland-Pfalz mit 16 sowie Schleswig-Holstein mit 13 Blauen Flaggen.
Insgesamt sind in diesem Jahr 14 Bundesländer vertreten. Nur Sachsen und Sachsen-Anhalt schafften es nicht auf die Liste der ausgezeichneten Standorte.
Wer einen Ausflug plant, kann auf der Karte der offiziellen "Blaue Flagge"-Organisation gezielt nach ausgezeichneten Stränden oder Sportboothäfen in der eigenen Umgebung suchen.
Was bedeutet die Auszeichnung?
Die Blaue Flagge gilt weltweit als eines der bekanntesten Nachhaltigkeitssiegel für Strände, Badestellen und Sportboothäfen. Ausgezeichnet werden Orte, die hohe Standards bei Umweltmanagement, Wasserqualität, Sicherheit und nachhaltigem Tourismus erfüllen.
Zu den wichtigsten Kriterien gehören laut Angaben der Organisation:
- eine sehr gute Infrastruktur und hohe Sicherheitsstandards
- ausgezeichnete Wasserqualität
- ein sensibler Umgang mit Umwelt und Natur
- Umweltbildung und Nachhaltigkeitskommunikation für Gäste, Mitarbeitende und Einwohner
- kontinuierliche Verbesserungen bei Abfallentsorgung sowie Energie- und Wasserverbrauch
- die sichtbare Verpflichtung, diese Standards dauerhaft einzuhalten
Der Ursprung der Auszeichnung reicht zurück ins Jahr 1985. Damals startete die französische Stiftung für Umwelterziehung (FEE) ein Projekt, um auf die globale Dimension von Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen.
Rund 1.000 Schüler schrieben in diesem Rahmen Botschaften, verschlossen sie in Flaschen und setzten sie im Atlantik aus. Die Aktion sollte zeigen, wie Meeresströmungen Umweltverschmutzung über Ländergrenzen hinweg transportieren.
Das Symbol des Projekts - eine blaue Flagge mit weißem Kreis und stilisierten Wellen - entwickelte sich später zum weltweiten Erkennungszeichen für den Schutz von Küsten, Stränden und Meeresökosystemen.