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Europas sicherste Badeseen: Von italienischen Alpen bis ungarischer Tiefebene

Wer baden möchte, sollte nur bewachte Badestellen wählen und auf Hinweise zur Wasserqualität achten.
Wer baden möchte, sollte nur bewachte Badestellen nutzen und unbedingt auf Hinweisschilder zur Wasserqualität achten. Copyright  Brooklyn Morgan
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Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Bericht verglich europäische Länder danach, wie viele Badeseen dort die Note „ausgezeichnet“ erhielten. Ihr Wasser gilt als unbedenklich zum Schwimmen.

Über Europa liegt weiterhin eine Hitzewelle. Im Moment erscheint der Sprung in einen kühlen See oder Fluss als einzig vernünftige Option.

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So verlockend das Wasser ist: Viele Gewässer eignen sich dennoch nicht zum Baden. In mehreren Städten in Frankreich fielen in dieser Woche Temperaturrekorde, zugleich meldete das Land 40 Ertrunkene nach Badegängen in unbewachten Bereichen.

„Wir erleben eine tragische Häufung von Badeunfällen mit Todesfolge“, sagte Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag. „Nach den jüngsten Zahlen gab es seit dem 18. Juni 40 Todesfälle. Die meisten Opfer sind junge Menschen.“

Wer sich abkühlen möchte, sollte deshalb nur bewachte Badestellen wählen und auf Warnhinweise achten – etwa zur Wasserqualität, zu starken Strömungen oder zu versteckten Hindernissen wie Ästen und anderem Treibgut.

Europas beste Seen für sicheres Baden in freier Natur

Eine aktuelle Auswertung von Iglu Cruise (Quelle auf Englisch) nutzt Daten der Europäischen Umweltagentur (EEA), um europäische Länder nach der Zahl ihrer als „ausgezeichnet“ bewerteten Badeseen zu ordnen – also Gewässern, in denen die Wasserqualität als sicher zum Baden gilt.

In die Statistik flossen ausschließlich offizielle Badeseen ein. Diese Gewässer sind nach der EU-Badegewässerrichtlinie ausgewiesen und werden regelmäßig überwacht.

Diese Länder bieten die besten Voraussetzungen für ein Bad im See – samt ihrer schönsten Badestellen.

Österreich

In Österreich stuft die EEA im Jahr 2025 96,5 % der Binnen-Badegewässer als „ausgezeichnet“ ein. Rund zwei Drittel des Landes liegen in den Alpen. Das Gebirge bildet natürliche Speicher und sorgt für besonders sauberes, klares Wasser.

Der Klopeiner See erreicht im Sommer Wassertemperaturen von bis zu 26 °C, der Attersee, der größte See, der vollständig in Österreich liegt, ist für sein extrem reines, klares Wasser bekannt. Im Sommer beträgt die Unterwassersicht dort 7 bis 9 Meter.

Hallstatt ist ein weiteres bekanntes Ziel mit ausgewiesenen Badebereichen wie der Badeinsel Hallstatt, einer kleinen künstlichen Insel mit Liegewiese und Sprungbrett – ideal zum Sonnenbaden.

Finnland

In Finnland gelten 94,7 % der Binnen-Badegewässer als von ausgezeichneter Qualität. Das „Land der tausend Seen“ – tatsächlich sind es über 187.000 Gewässer mit mehr als 500 Quadratmetern Fläche – bietet eine große Auswahl geeigneter Badeseen.

In Finnland gelten 94,7 % der Binnen-Badegewässer als von ausgezeichneter Qualität.
In Finnland gelten 94,7 % der Binnen-Badegewässer als von ausgezeichneter Qualität. Kirill Razumov

Der Tuusulanjärvi im Süden Finnlands gehört zu den wärmsten Seen des Landes; im Sommer erreicht er 18 bis 22 °C und war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gesellschaftlicher Treffpunkt finnischer Künstler.

Der Saimaa ist mit 4.400 Quadratkilometern der größte See des Landes und der viertgrößte Europas. Sein Gewässerlabyrinth umfasst fast 14.000 Inseln. Mit etwas Glück können Besucher eine der wenigen noch frei lebenden Saimaa-Ringelrobben entdecken.

Deutschland

In Deutschland weisen 91,5 % der Binnen-Badegewässer eine ausgezeichnete Qualität auf.

Strandbäder oder Lidos sind wegen der hohen Wasserqualität äußerst beliebt. Die öffentlichen Badestellen bieten meist das komplette Tagesprogramm mit Umkleiden, Liegewiesen, Spielplätzen und Restaurants.

Der Griessee ist Deutschlands wärmster See. Seine geringe Tiefe lässt das Wasser schnell aufheizen, häufig auf 25 °C oder mehr. Der Bodensee, das größte Gewässer des Landes, liegt ganz im Süden. Er bietet beeindruckende Ausblicke und zahlreiche Badestellen, seine Ufer reichen bis in die Schweiz und nach Österreich.

Der Walchensee in Bayern ist zudem für sein karibikblaues Wasser berühmt. Die türkise Färbung geht auf den hohen Anteil gelösten Kalziumkarbonats, auch „Gesteinsmehl“ genannt, zurück.

Italien

In Italien waren 87,7 % der Binnen-Badegewässer im Jahr 2025 als ausgezeichnet bewertet.

Die italienischen Seen sind dank des mediterranen Klimas meist wärmer als Gewässer weiter nördlich. Der Kalterer See in Südtirol, oft als einer der wärmsten Badeseen der Alpen bezeichnet, kann auf bis zu 28 °C steigen.

In Italien waren 87,7 % der Binnen-Badegewässer im Jahr 2025 als ausgezeichnet bewertet. 
In Italien waren 87,7 % der Binnen-Badegewässer im Jahr 2025 als ausgezeichnet bewertet.  Alin Andersen

Der mondäne Comer See gilt als erstklassiges Revier für das Schwimmen im offenen Wasser. Weitere bekannte Seen sind der Gardasee und der Lago Maggiore mit ihren zahlreichen Lidos.

Neben dem Baden dienen viele Seen Italiens, besonders der Garda- und der Comer See, als Zentren für Outdoor-Aktivitäten wie Windsurfen, Segeln, Kajakfahren und Wandern in den umliegenden Bergen.

Schweiz

84,4 % der Binnen-Badegewässer in der Schweiz erhalten die Bestnote „ausgezeichnet“.

Städte wie Zürich und Genf sind für ihre Seen berühmt. Die hohe Wasserqualität hat dort eine lebendige Wildbade-Kultur entstehen lassen, vor allem im Frühling und Sommer.

Sehr beliebt sind in der Schweiz die „Badi“, öffentliche Badeanlagen unter freiem Himmel. Viele existieren seit über einem Jahrhundert und bieten Umkleiden, Liegewiesen, Sprungbretter und Bademeister. Einige verfügen noch über historische hölzerne Seebäder.

Der Luganersee eignet sich besonders gut für das Schwimmen im offenen Wasser. Er ist im Sommer der wärmste See der Schweiz und erreicht im August häufig bis zu 26 °C.

Frankreich

71 % der Binnen-Badegewässer in Frankreich sind als ausgezeichnet eingestuft.

Der Lac d’Aiguebelette in der Region Savoyen in den französischen Alpen gilt als wärmster See des Landes. Durch seine geringe Tiefe, die Lage und warme Quellen erreicht er im Sommer bis zu 28 °C.

Der Lac d’Annecy ist für sein tief türkisfarbenes Wasser und das eindrucksvolle Bergpanorama bekannt. Es gibt zahlreiche öffentliche Strände und die sehenswerte Altstadt von Annecy. Der Lac de Sainte-Croix ist von dramatischen Felsklippen eingerahmt, während der Lac du Bourget, Frankreichs größter natürlicher See, mit Sandstränden, Yachthäfen und lebhafter Atmosphäre punktet.

Schweden

In Schweden erzielten im Jahr 2025 82,1 % der Binnen-Badegewässer die Bestnote ausgezeichnet.

Mit über 100.000 Seen gibt es eine große Vielfalt an Naturbadestellen – von städtischen Badestellen bis zu abgelegenen Seen inmitten unberührter Natur. Einige Gewässer wirken tee­farben, weil organisches Material aus den umliegenden Wäldern ins Wasser gelangt; das bedeutet jedoch keine schlechte Wasserqualität.

In Schweden erzielten im Jahr 2025 82,1 % der Binnen-Badegewässer die Bestnote ausgezeichnet. 
In Schweden erzielten im Jahr 2025 82,1 % der Binnen-Badegewässer die Bestnote ausgezeichnet.  Patrick Federi

In Schweden garantiert das „Allemansrätten“, das Jedermannsrecht, allen Menschen den freien Zugang zur Natur – auch zum Baden in Seen. So lassen sich abseits offizieller Strände versteckte Badestellen entdecken, solange Umwelt und Privatgrundstücke respektiert werden.

Schweden bietet unzählige Möglichkeiten für wildes Baden, sogar in der Nähe der Hauptstadt. Der Vänern, größter See Schwedens und drittgrößter in Europa, wirkt mit seinen vielen Inseln, Buchten und Sandstränden beinahe wie ein Meer. In Schwedisch-Lappland können Besucher im Sommer unter der Mitternachtssonne in Gletscherwasser schwimmen.

Ungarn

In Ungarn waren 64 % der Binnen-Badegewässer im Jahr 2025 als ausgezeichnet eingestuft. Da das Land keine Küste hat, sind die Seen dort besonders beliebt zum Baden.

Typisch für ungarische Seen sind ihre thermalen, mineralreichen Wässer, denen heilende Eigenschaften zugeschrieben werden. Dadurch ziehen sie sowohl Wellness-Gäste als auch Freiwasserschwimmer an.

Der Frying Pan Lake in Neuseeland gilt zwar als größter Thermalsee der Welt, seine hohen Temperaturen machen das Baden jedoch unmöglich. Deshalb ist der Hévízer See in Ungarn der größte Thermalsee der Welt, in dem man schwimmen kann. Das Wasser hat dank der natürlichen Thermalquellen in einer Höhle unter dem Seegrund ganzjährig angenehme Temperaturen von etwa 22 °C im Winter bis 36 °C im Sommer. Es ist außerdem reich an Mineralien und für seine Heilwirkung bekannt.

Der Balaton ist der größte Süßwassersee Mitteleuropas und Ungarns beliebtestes Sommerreiseziel. Hier findet auch die „Balaton Átúszás“ statt, ein populärer Freiwasserwettbewerb über 5,2 Kilometer quer über den See.

Niederlande

70,4 % der Binnen-Badegewässer in den Niederlanden gelten als ausgezeichnet.

Die Niederlande verfügen zwar nicht über spektakuläre Alpenseen wie die Schweiz oder Österreich, doch zahlreiche natürliche und künstlich angelegte Gewässer bieten ideale Sommerfrische. Die Seen reichen von großen offenen Wasserflächen bis zu kleineren Freizeitseen, von denen viele aus früheren Sand- oder Kiesgruben entstanden sind.

Das IJsselmeer, ein großer Süßwassersee, war früher eine Bucht der Nordsee. Heute ist es mit seinen weiten Sandstränden ein beliebtes Revier für Wassersportarten wie Windsurfen und Segeln. Im Juli steigen die Temperaturen auf etwa 24 °C, das Gewässer erinnert dann an ein Binnenmeer.

Der Sloterplas ist ein künstlicher See in Amsterdam mit ausgewiesenen Badezonen und einem Strand. Der Henschotermeer gilt als einer der malerischsten Seen des Landes.

Polen

In Polen waren 56,7 % der Binnen-Badegewässer im Jahr 2025 als ausgezeichnet bewertet.

Der Śniardwy ist der größte See des Landes und wird oft Masurisches Meer genannt. Seine Größe lässt ihn wie ein Binnenmeer wirken, er ist ein Zentrum für Segler und andere Wassersportler.

Beliebt ist auch die Paddelroute auf der Krutynia, die sich durch mehrere Seen mit glasklarem Wasser und dichten Wäldern windet.

Der Licheńskie-See ist Polens wärmster See und erreicht in den Sommermonaten rund 24 °C. Damit liegt er deutlich über den Temperaturen anderer natürlicher Seen des Landes, die im Schnitt bei etwa 20 °C liegen.

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