Die EU kann koordinieren und finanzieren, doch löschen müssen die Mitgliedstaaten selbst. Während Brüssel seinen bislang größten Sommereinsatz meldet, zeigt sich: Europas Löschkapazitäten wachsen schneller als sein Wille, brennbare Landschaften grundlegend zu verändern.
Die Löschkapazitäten der EU sind gewachsen, doch beim Zurückdrängen des eigentlichen Waldbrandrisikos durch weniger brennbare Landschaften kommt Europa nur schleppend voran.
Mehrere EU-Staaten, darunter Portugal und Frankreich, haben bereits das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert. Frankreich erhielt vier rescEU-Löschflugzeuge aus Schweden und Zypern, Portugal wurde von 118 Feuerwehrleuten und 45 Fahrzeugen aus Spanien sowie drei weiteren rescEU-Flugzeugen aus Italien und Spanien unterstützt.
"Wir erleben regelmäßig Weckrufe, doch dieser ist der heftigste seit Jahren", sagte die für Gleichstellung, Vorsorge und Krisenmanagement zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib. Ihr Fazit: "Europa hält zusammen."
Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS) registrierte die EU bis zum 30. Juli 2026 bereits 1.407 Waldbrände. Sie vernichteten fast 435.000 Hektar Land und setzten schätzungsweise 17,98 Millionen Tonnen CO₂ frei. Damit liegt die Bilanz zwar unter der Rekordsaison des Vorjahres, aber weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre. Prognosemodelle warnen zudem, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist: Für Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland gelten weiterhin "sehr extreme Bedingungen".
Die EU-Kommission spricht von ihrer bislang größten Sommeroperation: 777 Feuerwehrleute aus 14 Ländern, 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber wurden bereits vor Ausbruch der ersten Brände in Stellung gebracht – die höchste Beteiligung seit dem Start des Katastrophenschutzprogramms im Jahr 2022.
Dennoch bleibt Brüssels Rolle begrenzt: Die EU kann koordinieren und finanzieren, die eigentliche Brandbekämpfung vor Ort bleibt Aufgabe der einzelnen Mitgliedstaaten.