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Ungewöhnliche Städtetrips per Nachtzug durch Europa

Nightjet-Zug am Wiener Hauptbahnhof in Wien, Österreich
Nightjet-Zug im Wiener Hauptbahnhof, Wien, Österreich Copyright  Simon Tartarotti/Unsplash
Copyright Simon Tartarotti/Unsplash
Von Fakhriya M. Suleiman
Zuerst veröffentlicht am
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Nachtzüge verbinden Städte mit völlig unterschiedlichem Flair – ganz ohne Warteschlangen am Flughafen. Diese überraschenden europäischen Städtepärchen lassen sich bequem über Nacht per Zug entdecken.

In ganz Europa entdecken Reisende die Vorteile des Nachtzuges neu. Übernacht-Verbindungen machen es möglich, Städte zu kombinieren, die früher für eine einzige Reise zu weit auseinanderlagen.

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Wer mit der Bahn unterwegs ist, muss jedes Ziel nicht mehr als eigenen Städtetrip sehen. Ein Nachtzug verbindet zwei weit entfernte Städte zu einer Route: Abends in einer europäischen Metropole einsteigen, am nächsten Morgen in einer ganz anderen aufwachen.

Eine Auswertung der digitalen Buchungs- und Vergleichsplattform Omio zeigt, dass diese Reiseform an Fahrt gewinnt. Die am häufigsten gesuchten Nachtzug-Korridore liegen rund um Berlin, Amsterdam, Prag, Paris und Sint-Gillis.

Besonders gefragt sind demnach folgende Verbindungen:

1. Berlin, Deutschland, nach Prag, Tschechien

2. Amsterdam, Niederlande, nach Berlin, Deutschland

3. Amsterdam, Niederlande, nach Sint-Gillis, Belgien

4. Berlin, Deutschland, nach Paris, Frankreich

5. Amsterdam, Niederlande, nach Antwerpen, Belgien

Insgesamt registriert Omio bei Nachtzug-Buchungen ein stetiges Plus von acht Prozent pro Jahr. Beim NightJet liegen die Buchungen sogar 15 Prozent höher, EuroNight-Verbindungen verzeichnen ein Plus von 26 Prozent.

Doch am spannendsten sind nicht unbedingt die beliebtesten Routen. Wer Lust auf etwas Neues hat, setzt auf eine dieser unerwarteten Städtekombinationen, die sich bequem mit dem Nachtzug verbinden lassen.

Sofia, Bulgarien, und Istanbul, Türkei

Von der bulgarischen Hauptstadt mit ihren offenen Büchermärkten, Buchenwäldern und dem mächtigen Witoscha-Gebirge geht es in die Metropole am Bosporus, die sich über zwei Kontinente erstreckt: Sofia und Istanbul bieten zwei sehr unterschiedliche Reiseerlebnisse.

Die Fahrt mit dem Sofia–Istanbul-Express dauert rund zehn Stunden. Reisende können zwischen Liegewagen und Schlafabteilen wählen; ein Ticket im Doppelabteil kostet ab 15 Euro pro Person, ein Einzelabteil ab 35 Euro.

Tickets gibt es allerdings meist nur auf die altmodische Art: direkt am Schalter im Bahnhof von Sofia in Bulgarien oder im Istanbuler Bahnhof Halkali in der Türkei.

Berlin, Deutschland, und Budapest, Ungarn

Zwischen Berlin und Budapest liegen zwar fast 900 Kilometer. Mit dem Nachtzug lassen sich die beiden Hauptstädte dennoch bequem in einer einzigen Reise verbinden.

Über den ÖBB-Nightjet stehen Sitzwagen, Liegewagen und Schlafkabinen zur Auswahl. Ein einfaches Ticket im Schlafabteil von Berlin nach Budapest kostet im September ab 223 Euro pro Person.

Die etwa zwölfstündige Fahrt von Berlin Hbf nach Budapest-Nyugati umfasst ein vorbereitetes Bett mit Kissen und Decke, eine eigene Waschgelegenheit und ein im Fahrpreis enthaltenes Frühstück.

Auf 16 Zwischenhalten stoppt der Zug in Städten in Tschechien und der Slowakei und macht aus einem früheren Kurzstreckenflug eine grenzüberschreitende Reise durch Mitteleuropa.

Brüssel, Belgien, und Prag, Tschechien

Brüssel gilt als Herz der europäischen Politik, Prag lockt mit mittelalterlichem Flair, provokanter Streetart und seiner eigenen Mini-Version des französischen Eiffelturms – dem Petřín-Turm, auch „kleine Schwester des Eiffelturms“ genannt.

Die belgische Hauptstadt ist mit der tschechischen Metropole über den European Sleeper verbunden. Der Zug bietet eine Auswahl an Sitzplätzen, kompakten Liegeabteilen und Schlafkabinen, die bis zu drei Personen mit getrennten Betten und Sitzbereichen Platz bieten. Im Comfort-Standard-Schlafabteil ist kein Frühstück enthalten, im Comfort-Plus-Tarif dagegen schon.

Ein einfaches Ticket in Comfort Standard von Bruxelles-Midi nach Praha hl.n. kostet im September ab 239,99 Euro. Die Hinfahrt ab Brüssel dauert rund 15 Stunden und 29 Minuten.

Warschau, Polen, und Wien, Österreich

Warschau und Wien bieten eine Reise der Kontraste: die polnische Hauptstadt mit ihren vielen Grünflächen, etwa dem Łazienki-Park mit See und stolzierenden Pfauen, und danach Wiens imperiale Architektur, große Paläste, Schlossanlagen und traditionsreiche Kaffeehäuser wie das Café Schwarzenberg, das seit 1861 Gäste empfängt.

Die beiden Städte verbindet ein nächtlicher Nightjet von Warszawa Centralna nach Wien Hbf, der Tschechien durchquert. Die rund zehnstündige Hinfahrt kostet im September im Schlafwagen ab 129,90 Euro.

Zürich, Schweiz, und Amsterdam, Niederlande

Wer die Schweizer Alpen hinter sich lässt, kann per Nachtzug einen Abstecher an die Grachten von Amsterdam machen: Die Verbindung bringt Zürichs Seelandschaften mit den Museen und den berühmten fahrradfreundlichen Straßen der niederländischen Hauptstadt zusammen.

Ein Nightjet-Schlafzug von Zürich HB nach Amsterdam Centraal ist rund zwölfeinhalb Stunden unterwegs, ein Schlafabteil kostet ab 134,90 Euro. Unterwegs hält der Zug auch in Deutschland, unter anderem in Bonn und Köln.

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