Intrepid Travels jährliche „Not Hot List“ rückt Reiseziele abseits des Mainstreams in den Fokus, wo Ihr Geld im Tourismus besonders viel bewirken kann.
Übertourismus ist für Einwohnerinnen und Einwohner vieler der weltweit beliebtesten Reiseziele zu einem gravierenden Problem geworden.
Reisen in der Nebensaison oder der Verzicht auf die vollsten Viertel und Sehenswürdigkeiten kann helfen. Am wirkungsvollsten ist es jedoch, bestimmte Städte gar nicht erst zu besuchen.
Das heißt nicht, dass Sie überhaupt nicht mehr reisen sollen – im Gegenteil: Sie sollten Ihre Urlaubsziele nur bewusster auswählen.
Genau hier setzt die jährliche „Not Hot List (Quelle auf Englisch)“ von Intrepid Travel an. Die Liste gibt es seit 2018. Sie lenkt den Blick auf Alternativen abseits der bekannten Hotspots, auf Orte, die bislang wenig besucht sind und an denen Ihr Reisebudget der lokalen Bevölkerung zugutekommt.
„Wenn der Tourismus eine Kraft zum Guten bleiben soll, müssen wir ständig hinterfragen, wie und wohin wir reisen“, sagt Erica Kritikides, Leiterin für Erlebnisreisen bei Intrepid Travel.
„Die Not Hot List geht nicht nur darum, weniger bekannte Orte sichtbar zu machen. Sie soll die Debatte verändern und Reisenden helfen, neue Ziele zu entdecken, bei denen ihr Besuch einen spürbaren Beitrag für lokale Gemeinschaften und Wirtschaft leisten kann.“
Jedes Ziel auf der Liste verfügt über die nötige Infrastruktur und Kapazität für mehr Gäste, und die zehn Orte kamen in die Auswahl, weil neue Initiativen, bessere Erreichbarkeit oder große Veranstaltungen 2027 zum idealen Reisejahr machen.
An der Spitze der diesjährigen Liste steht das Samburu-Naturschutzgebiet in Kenia. Es gilt als Alternative zu den meistbesuchten Nationalparks Ostafrikas wie der Serengeti in Tansania oder der Maasai Mara in Kenia.
Unentdeckte Europa-Ziele für das kommende Jahr
Einige griechische Inseln gehören inzwischen zu den weltweit am stärksten vom Übertourismus betroffenen Orten. In den Sommermonaten übersteigt die Zahl der Gäste die der Einwohnerinnen und Einwohner deutlich.
Wer den ganzen Charme der Inselwelt erleben will – mit gutem Essen, malerischen Orten und einigen der besten Strände Europas –, aber ohne Menschenmassen, sollte Alonnisos ins Auge fassen.
Die Insel gehört zum Archipel der Nördlichen Sporaden und ist nur per Fähre oder Privatjacht erreichbar. 2024 kamen gerade einmal 70.000 Besucherinnen und Besucher.
Wer die Anreise auf sich nimmt, kommt vor allem wegen der Unterwasserwelt. Der Meeresnationalpark von Alonnisos und den Nördlichen Sporaden ist das größte Meeresschutzgebiet Europas. Außerdem liegt hier Griechenlands erstes Unterwassermuseum: das Schiffswrack der Peristera.
Auch ohne Tauchgang hat die Insel viel zu bieten, etwa die fotogene Altstadt Chora.
Liepāja in Lettland hat es ebenfalls auf die Liste geschafft, denn die Stadt trägt 2027 den Titel Europäische Kulturhauptstadt.
Geplant sind mehr als 500 Kulturveranstaltungen. Dank eines acht Kilometer langen Strandes eignet sich Liepāja zudem als ideale Coolcation-Alternative zum Mittelmeer.
Den Abschluss der Top Ten bildet Dalsland in Schweden.
Die Region gilt als Schwedens Lake District und ist bislang kaum erschlossen. Das dürfte sich ändern, denn im Juni dieses Jahres startet eine neue Bahnverbindung zwischen Malmö und Oslo.
In Dalsland warten mehr als 2.000 Seen. Die Region ist zudem ein Hotspot für Gravelbiking, mit rund 850 Kilometern an Schotterstrecken.
Laut Intrepid liegt der Reiz „nicht in einer bestimmten Sehenswürdigkeit, einem einzelnen Ort oder Highlight, sondern in der Möglichkeit, langsam zu reisen – und in einem Freiheitsgefühl, das in der modernen Welt selten geworden ist“. Das klingt für uns ziemlich überzeugend.
Die Top-Ten-Reiseziele auf Intrepids „Not Hot List“
- Samburu National Reserve, Kenia
- Mestia, Georgien
- Nördliches Hochland, Jordanien
- Whitehorse, Yukon, Kanada
- Alonnisos, Griechenland
- Dili, Timor-Leste
- Pekoe Trail, Sri Lanka
- Liepāja, Lettland
- Carretera Austral, Chile
- Dalsland, Schweden