Im Libanon finden zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt wieder Kommunalwahlen statt. Die Wahlen wurden insgesamt drei Mal verschoben.
Nach fast einem Jahrzehnt haben die Menschen im Libanon erstmals wieder an Kommunalwahlen teilgenommen. Es sind die ersten, seit Israel und die Hisbollah einen Waffenstillstand vereinbart haben.
Die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen gelten als wichtiger Gradmesser. Der Krieg hat mehr als 4.000 Menschen das Leben gekostet und ganze Stadtviertel zerstört. Die Wahlen zeigen, wie stark sich dieser Konflikt auf die Unterstützung für Parteien und Politiker ausgewirkt hat – vor allem im Süden, wo die Hisbollah und ihre Verbündeten besonders einflussreich sind.
In den südlichen Vororten Beiruts wird erwartet, dass die Hisbollah und ihre schiitische Schwesterpartei, die Amal-Bewegung, die meisten Stimmen für Gemeinderäte und Bürgermeister gewinnen.
Die Abstimmung fand auch in öffentlichen Schulen nahe zerstörter Gebäude statt. Die libanesische Regierung, die unter massivem finanziellen Druck steht, bemüht sich um internationale Hilfen für den Wiederaufbau. Die Weltbank schätzt den Bedarf auf über 9,7 Milliarden Euro.
Die Kommunalwahlen wurden von der Regierung insgesamt dreimal verschoben, einmal davon wegen Haushaltszwängen.
Viele Wählerinnen und Wähler betonten, wie wichtig ihnen der Wiederaufbau ihrer Häuser und Lebensgrundlagen sei.
Mohammad Awali, der für die Gemeinde Haret Hreik kandidiert, sagte, sein Gemeinderat trage "eine große Verantwortung, vor allem angesichts der umfassenden Zerstörung, die in unserem Gebiet stattgefunden hat."