Das Unterhaus verabschiedete am Dienstag einen Antrag, der die Veröffentlichung von Dokumenten fordert, die Aufschluss über die Ernennung des Ex-Prinzen zum Handelsbeauftragten der Regierung geben sollen. Der Bruder von König Charles III. war in der vergangenen Woche verhaftet und befragt worden.
Die britische Regierung wird vertrauliche Dokumente im Zusammenhang mit der Ernennung des ehemaligen Prinzen Andrew zum Handelsbeauftragten freigeben. Zuvor hatten Abgeordnete im Unterhaus in einer heftigen Parlamentsdebatte erheblichen Druck ausgeübt.
Während der Debatte am Dienstag forderten Abgeordneten die königliche Familie auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Der Vorwurf: Der Bruder des Königs habe seine Freundschaft mit dem dem mittlerweile verstorbenen Jeffrey Epstein über seine Pflicht gegenüber dem Königreich gestellt.
Das Unterhaus nahm einen Antrag an, der die Veröffentlichung bestimmter Dokumente fordert. Die Regierung von Premierminister Keir Starmer unterstützte den Antrag und sicherte seine Verabschiedung zu.
Andrew Mountbatten-Windsor, der sich nicht mehr Prinz nennen darf, war in der vergangenen Woche verhaftet worden. Er soll während seiner Zeit als Handelsbeauftragter Regierungsberichte mit Epstein geteilt haben. Der Verdacht also: Amtsmissbrauch. Sein Bruder König Charles III. sagte, dass "das Gesetz seinen Lauf nehmen" müsse.
Weitergabe von Dokumenten an Epstein?
Mountbatten-Windsor, dem im vergangenen Jahr seine königlichen Titel aberkannt wurden, wird von der Polizei wegen des Vorwurfs untersucht, er habe während seiner Zeit als Gesandter sensible Dokumente mit Epstein geteilt. Der hatte sich im Jahr 2007 der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen schuldig bekannt. Im Jahr darauf trat er eine 18-monatige Haftstrafe an, die er unter milden Bedingungen verbüßte. So durfte er etwa die Haft verlassen, um seiner Arbeit nachzugehen. Nach 13 Monaten wurde er wegen gute Führung entlassen.
Zuletzt war auch der ehemalige britische Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, zeitweise festgenommen worden. Auch hier lautete der Vorwurf auf Amtsmissbrauch. Er wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.
"Schandfleck für unser Land"
Der Vorsitzende der britischen Liberaldemokraten, Ed Davey, sagte, Andrews und Mandelsons Verbindung zu Epstein seien ein "Schandfleck für unser Land". Dieser müsse mit dem "Desinfektionsmittel der Transparenz" entfernt werden.
Die Liberaldemokraten hatten einen wenig genutzten parlamentarischen Mechanismus eingesetzt, der Minister zur Offenlegung von Akten zwingen kann. Dieser stammt aus der Regierungszeit von Labour-Politiker Tony Blair vor 26 Jahren.
Bryant beschrieb Mountbatten-Windsor als einen "sich ständig selbst bereichernden Mann", der nicht zwischen dem öffentlichen Interesse, dem er angeblich diente, und seinem eigenen privaten Interesse unterscheiden konnte.
Die Regierung hat sich zwar bereit erklärt, die Akten freizugeben, aber Bryant sagte, dass sich die Veröffentlichung einiger Dokumente verzögern könne, bis die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen habe.
Anfang März sollen außerdem eine Reihe von Dokumenten im Zusammenhang mit der Ernennung von Mandelson zum britischen Botschafter in Washington im Jahr 2024 veröffentlicht werden.