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Unruhe im Kanzleramt? Bericht über wachsenden Zweifel an Merz' Kurs und Führung

Merz läutet am Mittwoch, dem 22. April 2026, bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt in Berlin die Eröffnungsglocke
Merz läutet am Mittwoch, dem 22. April 2026, bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt in Berlin die Eröffnungsglocke Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
Copyright AP Photo/Markus Schreiber
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Die Bild berichtet von zunehmenden Spannungen im Umfeld von Friedrich Merz. Intern werde über den Kurs und die Stabilität der Koalition gesprochen.

Im Umfeld von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehren sich Hinweise auf wachsende Spannungen. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Gespräche mit Politikern aus Union und SPD sowie mit Vertrauten des Kanzlers.

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Demnach wird intern zunehmend über den Zustand der Koalition gesprochen. Eine Vertrauensfrage gilt dabei als mögliche Option, die in den vergangenen Monaten zumindest gedanklich eine Rolle gespielt haben soll, wie etwa vor schwierigen Abstimmungen oder in festgefahrenen Verhandlungen. Ob daraus konkrete Schritte folgen könnten, bleibt offen.

Aus der Union heißt es laut der Bild, Merz trete in Gesprächen mit klaren Positionen an, gebe diese aber in Verhandlungen mit Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) teilweise auf. In der SPD wird die Lage jedoch anders beschrieben: Dort wird kritisiert, der Kanzler stimme sich nicht ausreichend mit der eigenen Fraktion ab. Genannt werden unter anderem Jens Spahn (CDU) und Markus Söder (CSU), die sich nicht immer eingebunden gefühlt hätten.

Spannungen auch innerhalb des Kanzleramts

Auch innerhalb des Kanzleramts soll die Zusammenarbeit schwieriger geworden sein. Das Verhältnis zwischen dem Kanzler und Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) wird dem Bericht zufolge als angespannt beschrieben. Gleichzeitig gibt es Kritik an Regierungssprecher Stefan Kornelius. Ihm wird vorgeworfen, interne Abläufe nicht ausreichend zu koordinieren. Das habe dazu geführt, dass Regierung und Fraktion in einzelnen Fragen unterschiedlich kommuniziert hätten.

Irritationen gab es laut der Bild auch bei außenpolitischen Aussagen des Kanzlers. In der Unionsfraktion wird demnach wahrgenommen, dass sich Positionen in kurzer Zeit verändern. Beispielhaft genannt wird der Umgang mit US-Präsident Donald Trump, bei dem öffentliche Äußerungen nicht immer zur bisherigen Linie gepasst hätten. So hatte Merz den Amerikanern vor kurzem vorgeworfen, keine "Exit-Strategie" im Krieg gegen den Iran zu haben. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", so der Kanzler. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", sagte er bei einem Treffen mit Schülern im sauerländischen Marsberg. Die Aussage löste scharfe Kritik vom US-Präsidenten aus, der mittlerweile einen Truppenabbau in Erwägung ziehe.

Im Kanzleramt wird laut der Bild demnach darüber nachgedacht, die Kommunikation stärker zu bündeln. Diskutiert wird unter anderem eine zusätzliche strategische Funktion im Umfeld des Kanzlers. Entsprechende Überlegungen habe es allerdings schon länger gegeben, ohne dass bislang eine Lösung gefunden wurde. Parallel dazu wird in Teilen der Union grundsätzlich über die weitere Entwicklung gesprochen.

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