Sein Werk war von der Idee der Zerstörung geprägt. Einer der Meister der Moderne, der Maler Georg Baselitz, ist im Alter von 88 Jahren verstorben.
Der Maler, Bildhauer und Grafiker Georg Baselitz ist im Alter von 88 Jahren verstorben, wie das Umfeld des Künstlers mitteilte. Er zählte zu den großen Meistern der Moderne.
Der als Hans-Georg Kern1938in Deutschbaselitz in der Oberlausitz in Sachsen geborene Maler galt international als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst und herausragendster Vertreter des Expressionismus.
Das wichtigste Element seiner Werke war die Zerstörung. Als er sieben Jahre alt war, hatte der Sohn eines Lehrerehepaars - sein Vater war in der NSDAP und in der Wehrmacht - die Bombardierung von Dresden miterlebt.
1961 nahm er zu Ehren seines Heimatortes den Namen Georg Baselitz an.
Berühmt wurde der Maler 1969 mit dem Gemälde "Der Wald auf dem Kopf".
In vielen von Baselitz' Gemälden steht die Welt auf dem Kopf. Damit wollte er die Kunst in den Mittelpunkt stellen. Georg Baselitz war auch Bildhauer und kreierte oft grob gehauene Skulpturen aus Holz.
Der Skandal um ein obszönes Bild
Sein erstes Kunststudium in Ost-Berlin brach Georg Baselitz ab, er siedelte über nach West-Berlin und studierte dort bis zu seinem Abschluss. Mit seinem Ölgemälde "Die große Nacht im Eimer", das er 1962/63 malte, sorgte Baselitz für einen Skandal. Darauf ist eine masturbierende Person mit extrem langem Penis zu sehen, das Werk wurde als obszön verurteilt.
2023 lautete der Titel seiner Werkschau in Wien "Nackte Meister“, die neue Prüderie.
Häufig kritisierte Baselitz die DDR. Aus Protest annullierte er 1977 seine Teilnahme an der Documenta in Kassel, weil dort auch Kunstwerke aus der DDR ausgestellt wurden.
Seine Frau Johanna Elke lernte der Künstler 1959 kennen, seit 1962 waren die beiden verheiratet. Die beiden Söhne des Paares Daniel Blau und Anton Kern sind Galeristen.
Seit 2015 besaß Baselitz auch die österreichische Staatsbürgerschaft, und er hatte Salzburg zu seiner Wahlheimat gemacht.