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Geheimdienste warnen vor globaler Cyberkampagne gegen WhatsApp- und Signal-Konten

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Von João Azevedo
Zuerst veröffentlicht am
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Portugiesische Behörden (SIS) warnen, dass die Messenger-Dienste WhatsApp und Signal zum Ziel von Hacker-Angriffen werden könnten. Der niederländische Geheimdienst macht Russland dafür verantwortlich, der SIS nennt hingegen keinen Staat.

Der Sicherheitsnachrichtendienst Portugals (SIS) warnt, dass ein ausländischer Staat eine "globale Cyberkampagne" unterstütze, um die WhatsApp- und Signal-Konten von Regierungsvertretern, Diplomaten und Militärangehörigen zu hacken.

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Ziel sei es, Zugang zu "vertraulichen Informationen nationaler Herkunft sowie zu Daten verbündeter Staaten" zu erhalten. "Mit verschiedenen Methoden versuchen die Angreifer, Nutzer der Kommunikationsplattformen dazu zu bringen, sensible Daten wie Passwörter preiszugeben, die es ihnen ermöglichen, ihre WhatsApp und Signal Konten zu kompromittieren", erklärte der SIS in einer Mitteilung.

Der portugiesische Geheimdienst warnt, dass Hacker dadurch Zugang zu "Einzel und Gruppengesprächen, gemeinsam geteilten Dateien oder sogar zu neuen Phishingkampagnen erhalten können, die auf die Kontakte der Nutzer abzielen".

Der SIS stellt jedoch klar, dass dies nicht bedeute, dass WhatsApp oder Signal selbst kompromittiert wurden oder anfälliger geworden seien. Vielmehr nutzten "feindliche" Akteure die "möglicherweise weniger vorsichtige Nutzung" dieser Messagingdienste aus, "die sich als sichere Kommunikationsmittel etabliert haben". Um Cyberangriffe glaubwürdiger erscheinen zu lassen, so der SIS weiter, "nutzen die Angreifer zunehmend Werkzeuge der künstlichen Intelligenz".

Damit geben sie sich etwa als Mitarbeitende des technischen Supports von Apps oder internationaler Organisationen aus oder treten als Personen auf, denen die Zielpersonen vertrauen. Dazu sammeln sie zuvor Bild und Stimmaufnahmen der Betroffenen und führen Gespräche in natürlichem Ton per Nachricht, Telefon oder Videoanruf.

Angriffe kommen aus Russland, sagen die Niederlande

Die Geheimdienste nannten zunächst keinen Staat als Verantwortlichen für die Cyberangriffe. Die niederländischen Geheim- und Sicherheitsdienste erklärten jedoch am Montag, dass Russland dahinterstehe. Die niederländischen Behörden bestätigten in einem Briefing, dass auch niederländische Regierungsvertreter zu den "Zielen und Opfern" gehörten.

Zudem gehen sie davon aus, dass auch Journalistinnen und Journalisten ins Visier des Kreml geraten könnten. Der Ruf von WhatsApp und Signal als sichere Plattformen hat viele Regierungen dazu gebracht, sie für interne Kommunikation zu nutzen. Der niederländische Militärische Nachrichten und Sicherheitsdienst (MIVD) rät jedoch davon ab. "Trotz der Möglichkeit der Ende zu Ende Verschlüsselung sollten Messaging Apps wie Signal und WhatsApp nicht als Kanäle für klassifizierte, vertrauliche oder sensible Informationen genutzt werden", betont Vizeadmiral Peter Reesink, Direktor des MIVD, in der offiziellen Mitteilung.

In einem Beitrag im sozialen Netzwerk X erklärte Signal, dass die eigene Verschlüsselung und Infrastruktur nicht kompromittiert wurden und weiterhin "robust" seien. Gleichzeitig nehme das Unternehmen Berichte über böswillige Aktivitäten "sehr ernst". Demnach hätten "gezielte Phishingangriffe" bereits "zum Hack einiger Konten von Signal Nutzern, darunter Regierungsvertreter und Journalisten, geführt".

Signal rief seine Nutzer deshalb dazu auf, ihre PIN sowie Codes, die an ihre Mobiltelefone gesendet werden, nicht weiterzugeben. Auch WhatsApp veröffentlichte ähnliche Hinweise und warnte davor, die zum Schutz der Konten verwendeten sechsstelligen Codes weiterzugeben. Laut WhatsApp können Nutzer zusätzlich Maßnahmen ergreifen, etwa unbekannte Nachrichten oder Anrufe zu blockieren.

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