Timmy schwimmt plötzlich wieder mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit, doch Experten bleiben skeptisch und halten eine Rettung für unwahrscheinlich.
Am Montag Morgen ist etwas geschehen, mit dem kaum einer mehr gerechet hat: Der Buckelwal "Timmy" ist erneut losgeschwommen. Und das sogar ungwöhnlich schnell.
Nach Angaben von Umweltminister Till Backhaus erreichte das Tier eine Geschwindigkeit von fünf bis sieben Knoten, also etwa neun bis 13 Kilometer pro Stunde.
Doch die Bewegung hielt nicht lange an. Rund zwei Stunden später stoppte der Wal erneut. Das Umweltministerium in Schwerin geht davon aus, dass sich das Tier derzeit nur ausruht. Die Hoffnung, dass das Tier noch gerettet werden kann, bleibt.
Fachleute bleiben trotz der Entwicklung am Morgen bleiben jedoch skeptisch. Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, er rechne damit, dass der Wal erneut stranden werde. Auch dann, wenn er zwischenzeitlich tiefere Gewässer erreiche.
Die Überlebenschancen schätzt Maack als sehr gering ein. "Er ist extrem geschwächt. Er hat diese Hauterkrankung. Möglicherweise hat er innere Verletzungen. Eventuell auch Wasser in der Lunge", erklärte der Meeresbiologe AP.
"Das ist ein Wildtier, das sterben will.", so Maack weiter.
Rettungsversuche laufen weiter – Kritik von Experten
Unterdessen werden die Rettungsversuche fortgesetzt. Taucher versuchen derzeit, mit Unterwasserscootern Sand unter die Flossen des Wals zu spülen. Zudem soll ein Luftkissen unter dem Tier platziert werden, um ihm das Weiterschwimmen zu erleichtern.
Maack äußerte Zweifel an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Die Aktivitäten rund um das Tier verursachten erheblichen Stress.
Auch der Berliner Walforscher Fabian Ritter sprach sich gegen weitere Eingriffe aus. Im Gespräch mit dem ZDF erklärte er, der Wal sei nicht kontrollierbar, und die Situation müsse realistisch eingeschätzt werden: "Wir sollten ihm im Moment nur den größten Gefallen tun, indem wir ihn in Ruhe lassen."
Dieser Meinung ist auch Maack. Er geht davon aus, dass der Wal bald sterben wird, sieht darin aber nicht zwangsläufig etwas Negatives. "Ja, Tiere leben, Tiere sterben. Dieses Tier ist wirklich sehr, sehr, sehr krank."