Trump und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatten sich im Juli letzten Jahres auf das Handelsabkommen geeinigt, das einen Zoll von 15 Prozent auf die meisten Waren vorsieht.
US-Präsident Donald Trump hat am Freitag angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU bereits in der kommenden Woche auf 25 Prozent anzuheben.
In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte Trump, die EU halte sich "nicht an unser vollständig vereinbartes Handelsabkommen". Weitere Gründe nannte er nicht.
Die Ankündigung fällt jedoch in eine Phase besonders angespannter Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und der EU. Bereits am Donnerstag hatte Trump seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz erneuert und ihn aufgefordert, sich auf ein Ende des Ukraine-Kriegs zu konzentrieren, statt sich in die Iran-Frage einzumischen.
Deutschland, das einen erheblichen Anteil an den Autoexporten der EU stellt, dürfte von höheren Zöllen auf Fahrzeuge und Autoteile besonders betroffen sein. Zudem bezeichnete Trump die europäischen Verbündeten Spanien und Italien als "absolut schrecklich", weil sie sich weigerten, sich in einen möglichen Iran-Krieg einzubringen.
US-Präsident Trump und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatten sich im Juli vergangenen Jahres auf ein Handelsabkommen verständigt, das einen Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten Waren vorsieht.
Sowohl die USA als auch die EU bekräftigten damals ihr Festhalten an dem als Turnberry-Abkommen bekannten Rahmen, benannt nach Trumps Golfresort in Schottland. Der Status des Abkommens aus dem Jahr 2025 geriet jedoch erstmals ins Wanken, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA in diesem Jahr entschied, dass der republikanische Präsident nicht über die rechtliche Befugnis verfügt, einen wirtschaftlichen Notstand auszurufen und darauf gestützt Zölle auf EU-Waren zu erheben.
Ursprünglich war eine Obergrenze von 15 Prozent für Zölle auf europäische Produkte vereinbart worden. Nach dem Urteil wurde diese jedoch auf 10 Prozent gesenkt, während die Trump-Regierung zugleich neue Importzölle auf Grundlage anderer gesetzlicher Bestimmungen einführte. Derzeit untersucht die US-Regierung Handelsungleichgewichte und mögliche Risiken für die nationale Sicherheit, um eine neue Zollregelung zu entwickeln – ein Vorgehen, das das bestehende Abkommen mit der EU weiter unter Druck setzen könnte.
Die EU hatte erklärt, sie rechne damit, dass das bilaterale Abkommen europäischen Autoherstellern monatliche Einsparungen von 500 bis 600 Millionen Euro bringen werde. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat belief sich der Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen der EU und den USA im Jahr 2024 auf 1,7 Billionen Euro – das entspricht einem durchschnittlichen täglichen Volumen von rund 4,6 Milliarden Euro.
"Ein Abkommen ist ein Abkommen", erklärte die Europäische Kommission im Februar nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs. "Als größter Handelspartner der Vereinigten Staaten erwartet die EU, dass die USA ihre Zusagen aus der Gemeinsamen Erklärung einhalten – so wie auch die EU zu ihren Verpflichtungen steht. Europäische Produkte müssen weiterhin die wettbewerbsfähigste Behandlung erfahren, ohne dass die Zölle über die zuvor vereinbarte, klare und umfassende Obergrenze hinaus angehoben werden."