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Tote durch Hantavirus auf Kreuzfahrt: Symptome und Details zum Ausbruch

Eine Ratte läuft über die U-Bahn-Gleise an der Station Union Square in New York.
Eine Ratte streift über die U-Bahn-Gleise am Union Square in New York. Copyright  Credit: AP Photo
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Von Theo Farrant mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Bisher sind auf einem Kreuzfahrtschiff drei Menschen gestorben, vermutlich wegen eines Hantavirus-Ausbruchs. Doch was ist dieses wenig bekannte Virus, und wie verbreitet es sich?

Eine durch Nagetiere übertragene Krankheit steht im Verdacht, drei Tote und mehrere erkrankte Personen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes verursacht zu haben. Unter den drei Todesfällen ist auch ein Mann aus Deutschland, der am 2. Mai verstarb.

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Studien zufolge gibt es Hantaviren schon seit Jahrhunderten, Ausbrüche in Asien und Europa sind dokumentiert. Sie kommen auf allen Kontinenten vor und der Name geht auf den Fluss Hantaan zurück. Dieser liegt an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Während des Koreakriegs (1950–1953) erkrankten mehr als 3.000 Soldaten schwer, nachdem sie sich mit diesen Viren infiziert hatten, wie die Schweizer Gesundheitsbehörde OFSP erklärt.

Im Folgenden erfahren Sie, was Sie über das Hantavirus wissen müssen, wie es sich verbreitet und warum dieser Ausbruch Anlass zur Sorge gibt.

Was ist das Hantavirus?

Das Hantavirus bezeichnet eine Gruppe von Viren, die von Nagetieren übertragen werden und hauptsächlich durch das Einatmen von Partikeln aus getrocknetem Nagetierkot auf den Menschen übergehen.

Nach Angaben der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention können Hantaviren zwei schwere Krankheiten verursachen.

Die erste ist das Hantavirus-Lungensyndrom, das die Lunge angreift und zu schwerem Atemversagen führen kann. Die zweite ist das hämorrhagische Fieber, das die Nieren befällt und zu schweren Komplikationen führen kann.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Das Hantavirus wird in erster Linie durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Urin, Speichel oder Kot verbreitet - vor allem, wenn diese Materialien aufgewirbelt werden und in die Luft gelangen.

Menschen infizieren sich in der Regel in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen wie Häusern, Hütten oder Schuppen, in denen sich Nagetiere aufhalten.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Hantaviren zwar selten, können aber auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Der australische Virusforscher Paul Griffin sagt der Australian News Agency, dass jedes Jahr weltweit etwa 150.000 bis 200.000 Hantavirus-Infektionen festgestellt werden.

"Es ist sehr selten, dass es sich von Mensch zu Mensch ausbreitet", konstatiert der Wissenschaftler.

Was sind die Symptome?

Die Früherkennung des Virus ist schwierig, da es häufig mit alltäglichen grippeähnlichen Symptomen beginnt.

"Im Frühstadium der Krankheit kann man den Unterschied zwischen dem Hantavirus und einer Grippe nicht wirklich erkennen", sagt Dr. Sonja Bartolome vom UT Southwestern Medical Center in Dallas.

Die ersten Symptome können Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen sein. Es dauert jedoch nicht lange, bis das Virus ernstere Folgen hat.

Beim pulmonalen Hantavirus-Syndrom treten die Symptome eine bis acht Wochen nach dem Kontakt mit dem Virus auf und können sich zu schweren Atemproblemen entwickeln, wenn sich die Lungen mit Flüssigkeit füllen.

Das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom betrifft vor allem die Nieren und kann zu niedrigem Blutdruck, inneren Blutungen und akutem Nierenversagen führen.

Wie gefährlich ist es?

Die Sterblichkeitsrate variiert je nach Erreger.

Nach Angaben der US-Behörden verläuft das pulmonale Hantavirus-Syndrom in etwa 35 Prozent der Fälle tödlich, während die Rate bei hämorrhagischem Fieber mit renalem Syndrom zwischen 1 Prozent und 15 Prozent liegt.

Gibt es ein Heilmittel?

Derzeit gibt es keine spezifische Behandlung oder Heilung für Hantavirus-Infektionen.

Die Patienten erhalten in der Regel eine unterstützende Behandlung, zu der eine Sauerstofftherapie, mechanische Beatmung und in schweren Fällen eine Dialyse gehören können. Eine frühzeitige medizinische Behandlung verbessert die Überlebenschancen erheblich.

Trotz jahrzehntelanger Forschung sind viele Aspekte der Krankheit nach wie vor unklar.

Die beste Möglichkeit, sich vor dem Virus zu schützen, besteht darin, den Kontakt mit Nagetieren - besonders Mäusen und Ratten - und deren Kot zu vermeiden. Beim Aufwischen von Nagetierkot empfiehlt es sich, Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel zu verwenden.

Gesundheitsexperten warnen auch davor, den Kot aufzukehren oder abzusaugen, da das Virus dadurch in die Luft gelangen kann.

Gab es in letzter Zeit weitere Fälle von Hantavirus?

Der jüngste Verdachtsfall ist an Bord der MV Hondius aufgetreten. Das Kreuzfahrtschiff war in Ushuaia im Süden von Argentinien gestartet und befand sich zuletzt vor Kap Verde im Atlantik. Auf der Hondius ist Platz für rund 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder.

Im vergangenen Jahr gab es einen viel beachteten Fall, nämlich den von Betsy Arakawa, der Frau von Gene Hackman, die im Februar 2025 in ihrem Haus in Santa Fe in New Mexico in den USA verstarb.

Eine Autopsie bestätigte, dass die Todesursache das Hantavirus-Lungensyndrom war. Berichten zufolge hatte sie in den Tagen vor ihrem Tod im Internet nach grippeähnlichen Symptomen gesucht.

Später wurden auf dem Grundstück Spuren von Nagetieren gefunden, die möglicherweise die Quelle der Ansteckung waren.

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