Nach Angaben des Zentralkommandos sollten so US-Soldaten vor der Bedrohung durch iranische Kräfte bewahrt werden.
Am Montag will das US-Militär erneut Angriffe auf Ziele im Süden des Iran geflogen haben. Diese seien zum Zweck der Selbstverteidigung erfolgt. Die Einsätze hätten Abschussrampen für Raketen sowie Minenboote ins Visier genommen. Gleichzeitig erklärte Präsident Donald Trump in Online-Netzwerken, die Verhandlungen kämen „gut voran“.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos erfolgten die Angriffe, „um unsere Soldaten vor Bedrohungen durch iranische Kräfte zu schützen“.
Angriffe zwecks Verteidigung von US-Soldaten?
„Zu den Zielen gehörten Raketenabschussrampen und iranische Boote, die versucht haben, Minen zu legen. Das US-Zentralkommando verteidigt unsere Kräfte weiter und übt sich dabei im laufenden Waffenstillstand in Zurückhaltung“, erklärte Timothy Hawkins in der Mitteilung. Er ist Sprecher des United States Central Command (CENTCOM).
Weitere Details legte das Militär zunächst nicht vor, etwa zu Art und Umfang der Bedrohung aus Iran oder zu den Folgen für die laufenden Gespräche.
Die Angriffe fallen in eine Phase, in der beide Seiten über ein mögliches Ende des Kriegs verhandeln. Teil des angestrebten Abkommens wäre die Wiederöffnung der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Seehandels laufen und die Iran seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen Teheran am 28. Februar weitgehend blockiert hat.
Am Montag erklärten iranische Regierungsvertreter, Unterhändler Teherans und Washingtons hätten sich in vielen Punkten bereits verständigt. Ein umfassendes Abkommen stehe jedoch nicht unmittelbar bevor.
Außenamtssprecher Esmail Baquei betonte, es gebe für den Abschluss eines Abkommens mit den USA keinen festgelegten „Zeitrahmen und keine Deadline“.
Die Aussagen aus Teheran stehen im Kontrast zu Trumps Darstellung. Er hatte am Samstag nach eigenen Angaben nach Telefonaten mit Israel und weiteren Verbündeten in der Region erklärt, ein Abkommen mit Iran über den Krieg, einschließlich der Öffnung der Straße von Hormus, sei „weitgehend ausgehandelt“.
„Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und in Kürze bekanntgegeben“, schrieb Trump in sozialen Medien, ohne nähere Angaben.
Nur wenige Stunden später, am Sonntag, kündigte der US-Präsident jedoch an, er habe seine Delegation angewiesen, nichts zu überstürzen und das mögliche Abkommen vorerst aufzuschieben.
Geplanter Iran-Deal soll Abraham-Abkommen ausweiten
Trump sagte am Montag außerdem, jedes Abkommen zur Beendigung des Kriegs gegen Iran müsse die Auflage enthalten, dass mehrere weitere Staaten, darunter Saudi-Arabien und Pakistan, den Abraham-Abkommen beitreten. Diese von den USA in Trumps erster Amtszeit vermittelten Vereinbarungen sollen die Beziehungen zu Israel normalisieren.
Sein Vorstoß kam zu einem Zeitpunkt, an dem der sich abzeichnende Iran-Deal unter Republikanern mit einer härteren Linie gegenüber Teheran bereits auf Kritik stößt. Die Forderung könnte die Gespräche zusätzlich verkomplizieren.
Trump nannte Saudi-Arabien und Katar als Staaten, die „sofort“ beitreten sollten, ebenso Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten sich bereits 2020 als erste angeschlossen.
Trump zufolge sollte es „nach all der Arbeit der Vereinigten Staaten, dieses sehr komplexe Puzzle zusammenzusetzen, zur Pflicht werden, dass zumindest all diese Staaten gleichzeitig den Abraham-Abkommen beitreten“.
Palästinensischer Staat als Bedingung
Trump hofft seit Langem, dass Saudi-Arabien einsteigt. Das Königreich beharrt jedoch darauf, dass jede Normalisierung einen klaren Fahrplan zu einem palästinensischen Staat voraussetzt. Auch für Pakistan, das bis heute keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält, ist das entscheidend.
Die ursprünglich zwischen Israel sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain geschlossenen Abkommen wurden später auf Sudan, Marokko und jüngst Kasachstan ausgeweitet. Es handelt sich um ein Bündel diplomatischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Vereinbarungen, das unter starkem Einfluss der USA in Trumps erster Amtszeit zustande kam.
Offiziell sollen die Abkommen die Zusammenarbeit zwischen Staaten im Nahen Osten und in Nordafrika fördern. Die damalige US-Regierung betrachtete sie zugleich als Baustein auf dem Weg zu umfassenden Beziehungen dieser Länder mit Israel.