Die globale Gesundheitsinitiative CEPI beschleunigt drei experimentelle Impfstoffe gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus. In Zentralafrika breitet sich der Ausbruch weiter aus.
Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) will die Entwicklung von drei experimentellen Impfstoffen gegen das Bundibugyo-Virus „dringend beschleunigen“. Das Virus ist für den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und in Uganda verantwortlich, teilte die Organisation am Montag mit.
„Das Bundibugyo-Virus verbreitet sich rasch, es gibt keinen zugelassenen Impfstoff – in diesem Wettlauf gegen eine tödliche Krankheit zählt jeder Tag“, sagte Dr. Richard Hatchett, Vorstandsvorsitzender von CEPI.
„Mit der schnellen Finanzierung und Unterstützung für diese drei vielversprechenden Kandidaten wollen wir sichere, wirksame Impfstoffe voranbringen, um diesen Ausbruch zu kontrollieren.“
CEPI ist eine globale öffentlich-private Partnerschaft. Sie finanziert Impfstoffe und andere biologische Gegenmaßnahmen gegen neu auftretende Infektionskrankheiten und mögliche Pandemien und beschleunigt deren Entwicklung.
Die Stiftung kündigte an, in ein Portfolio von Impfstoffkandidaten zu investieren. Dazu gehören Projekte der International AIDS Vaccine Initiative, von Moderna und der Universität Oxford, deren Impfstoffe am Serum Institute of India (SII) hergestellt werden sollen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese drei Impfstoffkandidaten als die derzeit vielversprechendsten Mittel im Kampf gegen Ebola eingestuft.
Wo steht die Entwicklung?
CEPI stellt bis zu 50 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) für vorklinische Tests und klinische Studien der Phase eins mit dem Moderna-Kandidaten bereit. Er basiert auf derselben mRNA-Technologie, die sich während der COVID-19-Pandemie bewährt hat.
Die Universität Oxford und SII erhalten zunächst bis zu 8,6 Millionen Dollar (7,4 Millionen Euro) für vorklinische Tests und weitere Entwicklungsschritte zur Vorbereitung auf Studien der Phase eins.
Die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) erhält bis zu 3,2 Millionen Dollar (2,57 Millionen Euro). Ihr Kandidat nutzt dieselbe rVSV-Impfplattform wie ein zugelassener und von der WHO präqualifizierter Impfstoff gegen den Zaire-Stamm des Ebola-Virus.
„Die Investition von CEPI in drei vielversprechende Impfstoffkandidaten gegen das Bundibugyo-Virus ist ein wichtiger Schritt für unsere gemeinsame Reaktion“, sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO.
Er ergänzte, ein Bundibugyo-Impfstoff könne helfen, den aktuellen Ausbruch einzudämmen und die Vorsorge für künftige Epidemien zu stärken. Dies sei „genau die Art sektorübergreifender Zusammenarbeit, die eine Epidemie-Bekämpfung verlangt“.
Auch Dr. Jean Kaseya, Generaldirektor der Africa Centres for Disease Prevention and Control, begrüßte den Schritt.
„Während wir in Afrika auf einen aktiven Ebola-Ausbruch reagieren, kommt die Investition von CEPI in drei Bundibugyo-Ebolavirus-Impfstoffkandidaten zur rechten Zeit und ist entscheidend für die Gesundheit Afrikas – ebenso für die wirtschaftliche Sicherheit und für das Ziel des Kontinents, eine nachhaltige Forschungs-, Entwicklungs- und Impfstoffproduktion aufzubauen“, sagte er.
Alle zugrunde liegenden Impfstoffplattformen verfügen über umfangreiche Sicherheitsdaten. Forschende haben sie bereits genutzt, um Kandidaten mit vorklinischer oder klinischer Wirksamkeit gegen andere Erreger zu entwickeln, darunter die Zaire- und Sudan-Stämme des Ebola-Virus sowie das Marburg-Virus.
Der aktuelle Ausbruch hat nach Angaben der DR Kongo bislang mindestens 282 bestätigte Fälle verursacht; zudem sind rund 1.000 Verdachtsfälle registriert.
Noch stehen keine Impfstoffe zur Verfügung. Nach Angaben der WHO hat deshalb derzeit die Unterbrechung der Übertragung Vorrang – mit Instrumenten, die seit Jahrzehnten in Ebola-Einsätzen zum Einsatz kommen.
Dazu gehören Krankheitsüberwachung, schnelle Tests und Diagnostik, Kontaktverfolgung, Isolation und Behandlung von Patientinnen und Patienten, Infektionsprävention und -kontrolle, Einbindung der Gemeinden sowie sichere und würdige Bestattungen.