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Kosten der Lohnlücke in der EU: Frauen verdienen 3.900 Euro weniger als Männer jährlich

Am Montag, dem elften Mai 2020, Archivbild: Eine Frau und ein Mann kommen sich in der Haupteinkaufsstraße von Antwerpen in Belgien entgegen.
Auf diesem Archivfoto vom Montag, 11. Mai 2020, gehen eine Frau und ein Mann aneinander vorbei, auf einer Haupteinkaufsstraße in Antwerpen, Belgien. Copyright  Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Frauen in der EU entgehen durch den Gender-Pay-Gap jährlich 358 Milliarden €, im Schnitt rund 3.900 € pro Person, auch weil mehrere Staaten die Frist der Lohntransparenzrichtlinie verfehlten.

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in der EU ist real. Zahlen zeigen: Sie kommt die Frauen teuer zu stehen.

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Im Durchschnitt verdienen Frauen brutto pro Stunde elf Komma eins Prozent weniger als Männer, meldet Eurostat. Das heißt: Für jedes Gehalt von 100 € bei einem Mann erhält eine Frau im Schnitt nur 88,90 €.

Auf das Jahr gerechnet wird die Lücke noch deutlicher. Nach Schätzungen des Europäischen Gewerkschaftsbunds (ETUC) verdient eine durchschnittlich beschäftigte Frau in der EU fast 3.900 € weniger pro Jahr als ein Mann. Grundlage sind ebenfalls Eurostat-Daten.

Damit entgehen den 92,5 Millionen erwerbstätigen Frauen in der EU zusammengenommen jedes Jahr mehr als 358 Milliarden €.

ETUC-Generalsekretärin Esther Lynch erklärte: „Die Kosten für Maßnahmen zur Lohntransparenz sind für Unternehmen gering, aber diese Analyse zeigt, dass Untätigkeit der nationalen Regierungen Frauen Milliarden an Lohn kosten wird.“

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz gilt für Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten. Die Schätzungen beziehen sich deshalb auf diese Gruppe von Arbeitnehmerinnen, insgesamt 43 Millionen Frauen.

Luxemburg ist das einzige EU-Land, in dem Frauen im Schnitt mehr verdienen als Männer. Sie erhalten dort rund 474 € mehr pro Jahr.

Besonders groß sind die Verluste in Finnland (7.592 €), Österreich (6.854 €), Deutschland (6.049 €) und Schweden (5.116 €). Dort entgehen einer durchschnittlich beschäftigten Frau jährlich mehr als 5.000 €, laut Daten für 2025.

Auch in Estland (4.967 €), Frankreich (4.536 €), Tschechien (4.499 €) und Irland (4.129 €) liegt der Jahresverlust über dem EU-Durchschnitt von 3.881 € und jeweils über der Marke von 4.000 €.

In den Niederlanden beläuft sich der geschätzte Verlust auf 3.684 €, in der Slowakei auf 3.487 €, in Zypern auf 3.405 €, in Ungarn auf 3.181 €, in Lettland auf 2.856 €, in Griechenland auf 2.591 €, in Litauen auf 2.404 €, in Slowenien auf 2.245 € und in Spanien auf 2.005 €.

Am niedrigsten ist der Betrag in Belgien: Dort sind es nur 322 €. Unter der Schwelle von 1.000 € bleiben auch Rumänien und Polen.

Unter den vier großen EU-Staaten weist Italien mit 1.557 € den niedrigsten Wert auf.

EU-Richtlinie zur Lohntransparenz verkleinert Lohnlücke

Die Richtlinie soll Gehälter transparenter machen und die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern verringern. Eigentlich hätte sie bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt sein müssen, doch die meisten Mitgliedstaaten haben die Frist verpasst.

Lynch sagte: „Das ist völlig inakzeptabel, denn Frauen erleben seit Jahrzehnten Lohndiskriminierung. Die Zeit der Geheimhaltungskultur ist vorbei, die männlich dominierte Vorstandsetagen viel zu lange dazu befähigt hat, mit Lohndiskriminierung durchzukommen.“

Nach Berechnungen des ETUC wäre die Wirkung beträchtlich. Schon eine um zehn Prozent kleinere Lohnlücke würde viel verändern: Eine durchschnittlich beschäftigte Frau würde dann rund 672 € mehr im Jahr verdienen.

Den größten Zuwachs gäbe es in Frankreich mit 1.069 €, gefolgt von Irland mit 1.033 €.

Auch in Finnland (963 €), Deutschland (867 €), Italien (847 €) und Dänemark (802 €) würden beschäftigte Frauen deutlich mehr verdienen.

Am geringsten wäre der jährliche Zugewinn in Polen mit 221 €, weil die Lohnlücke dort bereits kleiner ist.

Die stellvertretende ETUC-Generalsekretärin Isabelle Schömann kündigte zudem an, dass Regierungen, die ihrer gesetzlichen Pflicht zur Umsetzung der Richtlinie weiter ausweichen, mit Klagen rechnen müssen.

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern unterscheidet sich in der EU deutlich: Sie reicht von minus null Komma acht Prozent in Luxemburg bis zu 18 Komma acht Prozent in Estland.

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