In Stahlrüstungen nach historischen Vorbildern treten die Kämpferinnen und Kämpfer mit stumpfen Schwertern, Äxten, Stangenwaffen und Schilden gegeneinander an. Die intensiven Vollkontaktduelle verlangen viel Technik, Ausdauer und historische Detailtreue. Neben Eins-zu-eins-Disziplinen wie Langschwert, Schwert-und-Schild und Schwert-und-Buckler gehört auch Buhurt zum Programm. Dabei liefern sich Gruppen von bis zu 16 Fechtern Vollkontakt-Massenschlachten unter modernen Sicherheitsauflagen, mit verpflichtenden medizinischen Checks und strengen Ausrüstungsstandards.
Austragungsort ist die Burg Spøttrup im nördlichen Jütland, eine Festung, deren Geschichte mindestens bis 1520 zurückreicht. Die viertägige Veranstaltung bringt Teilnehmende aus Europa, Nordamerika, Asien und Südamerika zusammen. Neben den Wettkämpfen fungiert die Meisterschaft auch als lebendiges Geschichtsfestival: Rund 200 Mittelalter-Darsteller, traditionelle Essensstände, Musik und Unterhaltung füllen das Burggelände.
Der IMCF World Championship wurde 2014 in Spanien ins Leben gerufen und spiegelt die wachsende weltweite Popularität des historischen Vollkontaktkampfs wider. Die Sportlerinnen und Sportler verbinden monatelange körperliche Vorbereitung mit dem Studium überlieferter mittelalterlicher Fechtbücher und setzen historische Techniken im Rahmen moderner Wettkämpfe um. Der britische Kämpfer Martin Gill erklärte: „Unser Training stützt sich direkt auf mittelalterliche Kampfabhandlungen.“ Der US-Amerikaner Alex King hob die rasche Ausbreitung von Clubs in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren hervor.
Immer mehr Frauen entdecken den Sport für sich. Die finnische Kämpferin Miisa Kaivos bezeichnete das stetige Wachstum der weiblichen Beteiligung als „eine der ermutigendsten Entwicklungen“ der Disziplin. Historischer Vollkontaktkampf entwickelt sich zunehmend zu einer internationalen Sportart, die Kampfkünste, Geschichtsforschung und wettbewerbsorientierte Teamarbeit verbindet.