Die polnische Agentur für Innere Sicherheit hat gemeinsam mit der Polizei in Warschau einen russischen Staatsbürger festgenommen. Er soll den Mord an einer Person mit US‑ und ukrainischer Staatsbürgerschaft geplant haben, sagte Ministerpräsident Donald Tusk.
Der Mann wurde am 7. August festgenommen. Nach Angaben des Ministerpräsidenten hatte der Festgenommene sich zuvor von russischen Geheimdiensten anwerben lassen, um in der polnischen Hauptstadt einen gezielten Mord zu verüben.
„In letzter Minute haben der Inlandsgeheimdienst ABW und die Polizei diesen geplanten Mord, diesen Anschlag verhindert“ – sagte Tusk bei einem Nachmittagsbriefing in den Gärten der Kanzlei des Ministerpräsidenten.
Der Regierungschef betonte die besondere Bedeutung des Falls für die Sicherheit des gesamten Bündnisses. „Es ist der erste Fall, in dem jemand im Auftrag Russlands einen Anschlag auf einen US‑Staatsbürger in einem anderen NATO‑Land plant.“ Er nannte dies „ein weiteres äußerst bedrohliches Signal“.
Warnung vor weiteren Aktionen Moskaus
Der polnische Regierungschef sagte, Polen müsse damit rechnen. Russland werde weiter versuchen, Menschen zu beseitigen, die es an verschiedenen Orten der Welt als unbequem einstuft.
„Leider müssen wir davon ausgehen, dass Putins Regime Menschen aus unterschiedlichen Gründen und an vielen Orten der Welt ausschalten will. Deshalb werden wir in dieser Sache äußerst entschlossen handeln, um weitere Anschlagsversuche gegen Bürgerinnen und Bürger Polens oder anderer Staaten auf unserem Gebiet zu verhindern“, kündigte Tusk an.
Der Ministerpräsident dankte den polnischen Diensten – dem ABW und der Polizei – für ihren Erfolg und sprach von „großartiger Arbeit“. Er lobte auch die Zusammenarbeit mit den US‑Behörden, die für Sicherheit zuständig sind. Abschließend sagte er: „Wir haben das Schlimmste verhindert“.
Identität des Anschlagsziels bleibt geheim
Tusk betonte, dass er aus rechtlichen Gründen keine Angaben zu der Person machen dürfe, auf deren Leben der Anschlag geplant war. Er erklärte lediglich, sie sei wegen ihrer Bedeutung aus Sicht der Moskauer Führung ins Visier geraten: „Er war aus Sicht des Regimes von Putin unbequem“.
Nach der Pressekonferenz äußerte sich auch der Koordinator der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, in sozialen Medien zu dem vereitelten Anschlag:
„Am 7. August dieses Jahres hat der ABW in Zusammenarbeit mit der Polizei einen russischen Staatsbürger festgenommen, der im Auftrag eines ausländischen Dienstes den Mord an einem US‑Bürger mit ukrainischen Wurzeln vorbereitete. Der Mord sollte in Warschau verübt werden. Die Operation entstand in enger Kooperation mit US‑Dienststellen.“