Nur kurze Zeit zuvor sollen Ermittler auf dem Handy des mutmaßlichen Täters ein Video gefunden haben, in dem sich ein verhüllter Mann auf Arabisch zum Anschlag bekennt und dem IS die Treue schwört. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich dabei um Abdul Ballout handelt.
Zwei Cousins des mutmaßlichen Attentäters auf den Berliner CSD am Samstag waren Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Das geht nach Angaben der ZEIT aus einem Untersuchungsbericht der libanesischen Sicherheitsbehörden hervor, der dem Bundesnachrichtendienst (BND) vorliegt.
Laut den Ermittlungen soll Abdul Ballout per Messenger Kontakt zu IS-Mitgliedern aufgenommen haben, die ihm bei der Reise nach Syrien helfen sollten. Dabei sprach Ballout von "seinen zwei Cousins, dem in den Reihen des IS gestorbenen Libanesen Abu Bilal und dem zurzeit im Irak in Haft sitzenden Muhammad", die ihn angeblich empfohlen hatten.
Die libanesischen Sicherheitsbehörden bestätigten diese Angaben. Aus den Akten gehe hervor, dass die Mutter der beiden genannten Männer die Schwester von Abdul Ballouts Vater ist.
Der Vater der beiden Cousins, Omar Bakri Fustuq, ist ebenfalls kein Unbekannter. Der unter dem Namen Omar Bakri Muhammad bekannte Mann gilt als berüchtigter Anhänger des internationalen Dschihadismus.
Bekennervideo in Tatwagen gefunden
Nur wenige Stunden zuvor wurde bekannt, dass ein ein Bekennervideo des mutmaßlichen Täters entdeckt worden war.
Laut einem Bericht der BILD fanden die Ermittler auf dem Handy von Abdul Ballout ein Video, in dem sich ein verhüllter Mann auf Arabisch zum Anschlag im Tiergarten bekennt und einen Treueeid auf den IS leistet.
Die Bundesanwaltschaft bestätigte dem Spiegel, dass die Behörden davon ausgehen, dass es sich dabei um Ballout handelt.
Das Handy wurde laut den Behörden im Tatfahrzeug gefunden. Zusätzlich stellten die Ermittler eine Machetenscheide sicher. Die dazugehörige Machete ist bislang unauffindbar.
Weitere Details zum Tathergang
Mittlerweile konnte die Polizei mithilfe von Mantrailer-Hunden auch den Fluchtweg des mutmaßlichen Attentäters rekonstruieren, berichtet die BILD weiter.
Abdul Ballout soll über die Straße des 17. Juni, den Platz des 18. März am Brandenburger Tor und den Friedrich-Ebert-Platz am Reichstag bis zum Bahnhof Friedrichstraße gerannt sein. Von dort soll er mit der Bahn nach Berlin-Spandau gefahren sein.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 21-jährige Deutsche mit libanesischen Wurzeln am Samstagabend am Rande des Berliner Christopher Street Days mit einem Transporter zahlreiche Menschen angefahren und anschließend mehrere Personen mit einer Stichwaffe attackiert haben. Eine Frau aus Polen wurde tödlich verletzt, 29 weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der mutmaßliche Täter wurde später bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen.