Mobile Wahlteams gingen am 14. September in ländlichen Gebieten von Haus zu Haus. Sie trugen Wahlurnen und mobile Wahlkabinen mit sich. Aufnahmen zeigen, wie Bewohner ihre Stimmen vor ihren Häusern abgeben, während Mitglieder der russischen Zentralen Wahlkommission den Ablauf gemeinsam mit russischen Soldaten und Polizisten überwachen.
Die Parlamentswahl in Russland soll landesweit vom 18. bis 20. September stattfinden. Der Kreml stellt die Abstimmung als Gradmesser der öffentlichen Meinung zum Krieg in der Ukraine dar, der inzwischen im fünften Jahr andauert. In mehreren Frontregionen läuft bereits die vorzeitige Stimmabgabe. Nach Darstellung der russischen Behörden sind diese Sonderregelungen nötig, um das von Moskau verhängte Kriegsrecht einzuhalten und Wähler sowie Wahlhelfer zu schützen.
In Donezk fuhren Wahlhelfer von Ort zu Ort, begleitet von Polizei und bewaffnetem Militär. Die Bilder zeigen nicht, wie viele Menschen bereits abgestimmt haben. Angaben zur Wahlbeteiligung fehlen zum Zeitpunkt der Aufnahmen.
Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU warnt die Bewohner der besetzten Gebiete davor, sich zu beteiligen. Die Organisation oder Bewerbung der Wahl könne nach ukrainischem Recht eine Straftat sein und mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Doch die Frage bleibt: Welche Wahl haben Menschen, wenn bewaffnete Soldaten vor ihrer Tür stehen?
Kyjiw und westliche Regierungen halten Wahlen in den besetzten ukrainischen Gebieten für illegal. Sie sprechen von einer „Scheinwahl“, die Moskaus Kontrolle über die Regionen legitimieren soll.