Finden Sie uns
Werbung

Tesla-Gewinn sinkt: Konzern prüft Fusion mit SpaceX

ARCHIV: Tesla-Logo an einem Autohaus in Miami, aufgenommen am Donnerstag, 13. März 2025.
ARCHIV: Tesla-Logo an einem Autohaus in Miami, aufgenommen am Donnerstag, 13. März 2025. -  Copyright  AP Photo/Lynne Sladky, file
Copyright AP Photo/Lynne Sladky, file
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Tesla meldet im dritten Quartal geringeren Gewinn, aber mehr Barmittel als erwartet; Anleger sehen ein gemischtes Bild vor möglicher Fusion mit Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX.

Tesla hat am Mittwoch einen niedrigeren Gewinn für das dritte Quartal gemeldet, weil der Elektroautobauer von Elon Musk die Ausgaben für künstliche Intelligenz, Robotik und autonomes Fahren deutlich hochgefahren hat.

WERBUNG
WERBUNG

Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn sank im dritten Quartal auf 787 Millionen Dollar (701 Millionen Euro), das entspricht 22 US-Cent je Aktie und einem Rückgang um 43 % im Jahresvergleich. Neben leicht rückläufigen Autoverkäufen verzeichnete Tesla geringere Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten sowie aus Energieerzeugung und -speicherung.

Der Umsatz stagnierte bei 28 Milliarden Dollar (24,9 Milliarden Euro) und blieb damit leicht unter der von Tesla zusammengestellten durchschnittlichen Analystenprognose von 28,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Sonderfaktoren erreichte der Gewinn je Aktie jedoch 48 Cent und lag damit 3 Cent über den Erwartungen der Wall-Street-Analysten.

Positiv fiel im Quartal ein Free Cashflow von rund 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) auf, also der Mittelzufluss nach den Investitionen, die für den laufenden Betrieb nötig sind.

Angesichts der hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz hatten viele Analysten erwartet, dass Tesla Barmittel verbrennt statt zu erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag der Free Cashflow allerdings trotzdem 62 % niedriger.

„Es wirkt, als ob Tesla einen kapitaleffizienteren Kurs fährt und langfristige Projekte nach hinten schiebt, um das Wachstum im KI-Bereich aus eigener Kraft zu finanzieren“, sagte Morningstar-Analyst Seth Goldstein und bezeichnete den unerwartet hohen Mittelzufluss als die große Überraschung des Quartals.

Tesla fährt Investitionsprognose zurück

Das Unternehmen hat seine Investitionen im Quartal im Vergleich zum Vorjahr zwar auf 4,7 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt, doch viele Analysten hatten mit einem noch stärkeren Anstieg gerechnet.

Tesla senkte seine Investitionsprognose für das Gesamtjahr 2026 von mehr als 25 Milliarden Dollar (22,3 Milliarden Euro) auf rund 20 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro). Finanzchef Vaibhav Taneja betonte, Tesla gehe sehr effizient mit seinen Mitteln um und wolle die Investitionen überwiegend aus dem operativen Cashflow finanzieren.

Neben Robotaxis und KI investiert Tesla kräftig in Musks humanoiden Roboter „Optimus“ und entwickelt mit SpaceX in Austin das Chipfertigungsprojekt Terafab.

Auf der Habenseite meldete Tesla eine starke Nachfrage nach der kostenpflichtigen Fahrerassistenz-Software: Bei mehr als 75 % der in Nordamerika ausgelieferten Neuwagen schloss die Kundschaft ein entsprechendes Abonnement ab.

In Nordamerika vermarktet Tesla die Funktion unter dem Namen „Full Self-Driving (Supervised)“. Trotz des Namens erfordert die Software eine aktive Überwachung durch den Menschen am Steuer und macht das Fahrzeug nicht autonom.

Auch die Bruttomarge im Autogeschäft ohne Regulierungsgutschriften hat sich verbessert. In den drei Monaten bis Ende September erreichte sie 18,1 %, nach 15,4 % im Vorjahresquartal.

Bereits zuvor hatte Tesla gemeldet, im vergangenen Quartal 486.532 Fahrzeuge ausgeliefert zu haben. Das waren etwas mehr als die 480.126 Fahrzeuge in den drei Monaten davor, aber 2 % weniger als ein Jahr zuvor.

Der moderate Anstieg der Auslieferungen im Vergleich zum Vorquartal schlug sich also nicht in einem höheren Nettogewinn nieder.

Musk sagte, Tesla wolle bis etwa 2030 rund fünf Millionen Fahrzeuge pro Jahr bauen, verglichen mit ungefähr 1,65 Millionen im Jahr 2025.

„Nach vielen eher mühsamen Jahren mit weitgehend stagnierender Entwicklung stehen uns nun eine Menge Spaß und kräftiges Wachstum bevor“, sagte Musk.

Das Unternehmen sieht sich mit kritischen Fragen zum Start seines Robotaxi-Geschäfts konfrontiert, der hinter Musks ursprünglichen ambitionierten Plänen zurückbleibt.

In Texas, wo Tesla den Schwerpunkt der Robotaxi-Einführung setzt, sind nach Angaben der Plattform FSD Database mehr als 800 Tesla-Fahrzeuge für autonome Dienste registriert.

Die Tesla-Aktie verlor im nachbörslichen Handel 3,2 %, nachdem sie im regulären Handel zuvor 3,6 % gewonnen hatte.

SpaceX-Fusionsgespräche schüren neue Fragen zu Teslas Zukunft

Die Diskussion über eine mögliche Annäherung an SpaceX verstärkt die Unsicherheit über Teslas weiteren Kurs. Gemeinsam kommen die beiden Unternehmen auf einen Börsenwert von rund 3,5 Billionen Dollar (3,1 Billionen Euro).

In einer Telefonkonferenz von SpaceX, nachdem das Raumfahrtunternehmen am Dienstag seine Zahlen vorgelegt hatte, sagte Musk, beide Firmen hätten spezielle Ausschüsse mit unabhängigen Direktorinnen und Direktoren eingesetzt, um eine mögliche Fusion auszuloten. Es gebe weder ausgehandelte Konditionen noch eine Garantie, dass es tatsächlich zu einer Vereinbarung komme.

Die Fusionsspekulationen und die starken Zahlen von SpaceX stützten am Mittwoch die Aktien beider Unternehmen. Das Magazin „Forbes“ schätzte Musks Vermögen um 10.30 Uhr in New York auf 1,013 Billionen Dollar (902 Milliarden Euro) und damit vorübergehend wieder über der Billionen-Marke.

Musk sagte, beide Firmen könnten von einer engeren Zusammenarbeit bei KI-Software, Chipdesign, Robotik und Satelliteninfrastruktur profitieren, inklusive weltraumgestützter Rechenzentren.

In der anschließenden Tesla-Telefonkonferenz wollte Musk auf die möglichen Fusionspläne nicht näher eingehen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Barclays streicht 5.000 Stellen und setzt auf KI für mehr Effizienz

Meta-Aktie legt um fünf Prozent zu: KI-Investitionen treiben Umsatz

Kanadas 6,2-Milliarden-Dollar-Plan, um Industrie vor Trump-Zöllen zu schützen