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"Gen-Z-Proteste" eskalieren: Gewalt und Plünderungen in der Nacht

 Ein Demonstrant wird am Samstag, dem 31. Oktober 2026, in Berlin von Polizeibeamten festgenommen.
Ein Demonstrant wird am Samstag, dem 31. Oktober 2026, in Berlin von Polizeibeamten festgenommen. -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Kevin Koehrmann
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An Halloween haben laut der Initiative "Gen Z regelt“ bundesweit rund 120.000 Menschen friedlich bei den Schüler- und Jugendprotesten demonstriert. Am Abend eskalierte die Lage in mehreren Städten, es kam zu Gewalt und Sachbeschädigung. Ein Überblick.

Die Initiative "Gen Z regelt“ fordert mehr Investitionen in Bildung, bezahlbare Lebenshaltungskosten und konsequenten Klimaschutz. Mit bundesweiten Protesten setzt sie sich für mehr Mitbestimmung junger Menschen ein und spricht sich gegen die Wehrpflicht aus.

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Nach den friedlichen Jugendprotesten der Initiative "Gen Z regelt" am Nachmittag, hat es mit Einbruch der Dunkelheit in mehreren deutschen Städten Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. In Frankfurt, Köln, Hamburg und Berlin eskalierte die Lage. Schaufenster wurden zerstört, es kam zu Plünderungen, Sachbeschädigungen und gewalttätigen Szenen. Barrikaden brannten, Randalierer stürmten ein Waffengeschäft, die Polizei hat mehrfach Wasserwerfer eingesetzt.

 Polizeibeamte stehen am Samstag, dem 31. Oktober 2026, während einer Demonstration auf einer Straße in Berlin.
Polizeibeamte stehen am Samstag, dem 31. Oktober 2026, während einer Demonstration auf einer Straße in Berlin. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Gewaltbereite Gruppen in Berlin

In Berlin ist am Samstagabend eine Demonstration unter dem Motto "Gen Z hat genug!“ eskaliert. Der Protestzug startete am Rosenthaler Platz und zog in Richtung Prenzlauer Berg. Die Teilnehmerzahl stieg laut Polizei von zunächst 700 auf bis zu 3.500 Menschen.

Bei der Demonstration am Abend vermischten sich propalästinensische und Antifa-Symbole. Zahlreiche Teilnehmer waren vermummt, unter anderem mit Sturmhauben und Palästinensertüchern. Die Demonstranten skandierten antikapitalistische, antiisraelische und deutschlandfeindliche Parolen. Zudem wurden Bengalos und Böller gezündet.

Die Stimmung war nach Polizeiangaben von Beginn an angespannt. Es kam zu zahlreichen Straftaten, darunter Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Die vorläufige Bilanz der Polizei:

  • 56 vorübergehende Festnahmen
  • 27 leicht verletzte Polizeibeamte
  • Bis zu 3.500 Demonstrierende
  • Rund 1.500 zusätzliche Polizeikräfte stadtweit im Einsatz.
Demonstraten versammeln sich an einer Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin
Demonstraten versammeln sich an einer Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Nachdem Steine auf Polizeikräfte geworfen und Pyrotechnik gezündet worden waren, wurde die Demonstration vorzeitig beendet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt macht "linke Gruppen und Chaoten aus migrantischem Milieu“ für die Krawalle verantwortlich. Er fordert nach den heftigen Krawallen, Plünderungen und Straßenschlachten harte Strafen für die Randalierer und ein konsequentes Vorgehen gegen die Gewalttäter.

Demonstranten nehmen am Samstag, dem 31. Oktober 2026, in Berlin an einer Protestaktion in Prenzlauer Berg teil.
Demonstranten nehmen am Samstag, dem 31. Oktober 2026, in Berlin an einer Protestaktion in Prenzlauer Berg teil. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Die Randalierer und Plünderer seien identifiziert und würden zur Rechenschaft gezogen. "Auf diesen Landfriedensbruch müssen harte Strafen folgen“, so der Innenminister.

Hamburger Demonstration: Barrikaden in Flammen, Wasserwerfer im Einsatz

Auch in Hamburg ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund um den Hauptbahnhof eskalierte am Samstagabend die Lage. Randalierer errichteten brennende Barrikaden und griffen Polizeikräfte mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik an.

Besonders betroffen war der Stadtteil St. Georg. Dort rissen gewaltbereite Gruppen Straßenabsperrungen aus ihren Verankerungen, zogen Bauzäune und Mülltonnen auf die Fahrbahn und setzten Barrikaden in Brand. Über Stunden lieferten sich die Störer ein "Katz-und-Maus-Spiel" mit der Polizei.

Durch eine umgestürzte Feuerwerksbatterie wurden ein Kind und eine Polizistin verletzt. Das Kind erlitt einen Schock, musste jedoch nicht ins Krankenhaus. Auch ein Bundespolizist wurde durch einen Böller verletzt. Die Polizei setzte Pfefferspray und Wasserwerfer ein, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Rund 120 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Insgesamt waren etwa 1.300 Einsatzkräfte im Einsatz.

Nach Angaben der Polizei hatten sich gewaltbereite Störer unter die friedlichen Demonstrierenden gemischt, um gezielt Straftaten zu begehen. "Das Verhalten solcher Krawallmacher bestätigt, dass es genau richtig war, mit einem starken Kräfteaufgebot in den Einsatz zu gehen und konsequent einzuschreiten“, erklärte Polizeisprecher Sebastian Born.

Mehr als 30 Festnahmen nach schweren Ausschreitungen in Frankfurt

In Frankfurt am Main kam es ebenso zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen. Besonders betroffen war die "Einkaufsstraße Zeil", wo Randalierer Schaufenster einschlugen und Geschäfte ausraubten.

Auch ein Waffengeschäft wurde angegriffen. Die Polizei stellte dort zwei Waffen sicher und nahm mehrere Verdächtige fest.

Eingeschlagenes Schaufenster eines Juweliergeschäfts in Frankfurt.
Eingeschlagenes Schaufenster eines Juweliergeschäfts in Frankfurt. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Mehr als 1.000 Polizisten, darunter Spezialeinsatzkräfte, waren im Einsatz. Auch Wasserwerfer, gepanzerte Fahrzeuge und ein Hubschrauber wurden eingesetzt. Nach Polizeiangaben flogen unter anderem Molotowcocktails und andere Gegenstände auf Einsatzkräfte. Teile der Innenstadt wurden weiträumig abgesperrt.

Insgesamt meldete die Polizei mehr als 30 vorläufige Festnahmen. Eine weitere Gruppe von rund 100 Personen wurde in der Nacht kontrolliert.

Demonstranten posieren mit Halloween-Masken bei einer Protestaktion in Frankfurt am Main.
Demonstranten posieren mit Halloween-Masken bei einer Protestaktion in Frankfurt am Main. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Am frühen Sonntagmorgen beruhigte sich die Lage. Die Polizei sprach von erheblichen Sachschäden, deren genaue Höhe noch nicht feststeht. Zuvor hatten nach Polizeiangaben rund 8.000 Menschen in Frankfurt größtenteils friedlich demonstriert. Die Organisatoren distanzierten sich von der Gewalt. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein kündigte Konsequenzen für die Verantwortlichen an.

Ausschreitungen auch in Köln: Wasserwerfer und Angriffe auf Polizisten

In Köln eskalierte die Lage bereits am Nachmittag. Eine Kundgebung zu den Themen Bildung, Wehrpflicht und bezahlbares Leben am Konrad-Adenauer-Ufer wurde gegen 16 Uhr beendet, nachdem sich einzelne Teilnehmer vermummt und Pyrotechnik gezündet hatten.

Anschließend kam es zu Angriffen auf Polizeikräfte. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein und kontrollierten mehrere Hundert Menschen. Ein Polizist wurde an der Hand verletzt und war anschließend nicht mehr dienstfähig.

Am Abend verschärfte sich die Lage auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beteiligten sich rund 200 teils randalierende Personen an den Unruhen. Einsatzkräfte wurden mit Flaschen beworfen, auch Fahrräder flogen durch die Luft.

Mindestens ein Mensch wurde verletzt, fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen. In einer Nebenstraße zerstörte ein geworfener E-Scooter eine Fensterscheibe. Die Polizei zog zusätzliche Kräfte zusammen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs und tätlicher Angriffe auf Einsatzkräfte.

Die Proteste gehen weiter

Die gewaltsamen Ausschreitungen, die bereits in anderen europäischen Ländern für Schlagzeilen sorgten, haben nun auch Deutschland erreicht. Besonders in Frankreich waren die Jugendproteste zuletzt eskaliert. Bei erneuten Unruhen am Samstag nahm die französische Polizei mehr als 500 Menschen fest.

In Deutschland gingen unterdessen in über 30 Städten Zehntausende junge Menschen auf die Straße. Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich, wurden jedoch von den späteren Krawallen überschattet. Die Initiative "Gen Z regelt“ distanzierte sich von der Gewalt und betonte, keinen Einfluss auf die Ereignisse nach dem Ende der Kundgebungen gehabt zu haben.

Ein Ende der Protestbewegung ist vorerst nicht in Sicht. Bereits für den 20. November sind weitere europaweite Demonstrationen geplant, an denen sich auch "Gen Z regelt“ beteiligen will. Die Initiative kündigte an, erneut zahlreiche junge Menschen mobilisieren zu wollen.

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