Ungarn: Geschlossene Oppositionszeitung publiziert als Obdachlosenblatt

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Von Euronews
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Regierungskritische "Népszabadság"-Journalisten publizieren trotz allem - in Obdachlosenzeitung!

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Die eingestellte ungarische Oppositionszeitung “Népszabadság” hat sich mit einer Obdachlosenzeitung zusammengetan und eine Ausgabe produziert. Zwölf Seiten der 24-seitigen Zeitung sind von den Profi-Journalisten geschrieben, die eigentlich seit Anfang Oktober nichts mehr zu tun haben. Die Obdachlosenzeitung habe keine Sekunde gezögert, der regierungskritischen Zeitung Tür und Tor zu öffnen.

Der Zeitungsausträger Dániel Kovács sagt: “Vor einer Woche, als die Leute von dieser besonderen Zeitung im Radio und Fernsehen hörten, haben sie mich gleich darauf angesprochen, aber ich musste ihnen sagen, jetzt noch nicht, ihr müsst noch warten. Nun habe ich 200, die gehen weg wie warme Semmeln.”

Die Regierung von Viktor Orban hat mit “Nepszabadsag” die größte politische Tageszeitung des Landes zum Verschwinden gebracht.

Chefredakteur András Murányi erklärt: “Die Obdachlosenzeitung heisst “Ohne Obdach”. Wir sind jetzt eine Schicksalsgemeinschaft mit ihnen, denn wir sind auch ohne Obdach. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir halten alle zusammen.”

Die Journalisten hoffen auf eine Wiederaufnahme unter einem anderen Namen, doch die Regierung Orban will die Kritik zum Schweigen bringen und sägt unbequeme Chefredakteure ab oder schließt ganze Zeitungen. Dass Népszabadság unter dem Obdach der Obdachlosenzeitung herauskam, war eine Ausnahme, die nächste Woche noch einmal praktiziert werden soll.

Hintergrund:

Die ungarische Oppositionszeitung “Népszabadság” wurde plötzlich eingestellt. https://t.co/jq64BrceQQ

— ZEIT ONLINE (@zeitonline) October 12, 2016

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