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Soares: Portugal verliert einen Staatsmann

Soares: Portugal verliert einen Staatsmann
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Von Andrea Büring
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Die Liste seiner politischen Ämter ist beeindruckend: Soares war Außenminister, Ministerpräsident und Präsident. Durch seinen Tod verliert Portugal einen wichtigen Meinungsführer und Brüssel ein

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Kein anderer Politiker verkörpert die jüngere Geschichte Portugals so sehr wie er – Mário Soares. Vier jahrzehntelang drückte er dem Land seinen Stempel auf.

April 1974: Kurz nach der Nelkenrevolution kehrt der Sozialist in seine Heimat zurück. Er musste aus politischen Gründen fliehen. Unter Diktator Salazar wurde Soares zwölf Mal inhaftiert. Nach seiner Rückkehr aus dem französischen Exil wird Soares zur Schlüsselfigur der entstehenden Demokratie.

Er ist Mitglied der ersten vorläufigen Regierung und Architekt der neuen Verfassung. 1976 wird er bei den ersten demokratischen Wahlen seines Landes zum Ministerpräsidenten bestimmt.

Mário Soares wird 1924 in Lissabon geboren. Als Anwalt verteidigt er die Gegner der Diktatur.
Mit Schauspielerin Maria Barroso hat er zwei Kinder.

Die Liste seiner politischen Ämter ist beeindruckend: Er wird Außenminister, Ministerpräsident, zwei Mal Präsident und später Abgeordneter im EU-Parlament. Soares ebnet den Weg, damit Portugal 1986 der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beitreten kann.

Mario #Soares hat #Portugal nach #Europa geführt. Hilfe bekam er von Willy #Brandt und der spdde</a> <a href="https://t.co/a8ap2Q8UYj">https://t.co/a8ap2Q8UYj</a></p>&mdash; vorwärts Verlag (vorwaerts) 10. Januar 2017

Nach seiner ersten Amtszeit als Präsident wird er 1991 für fünf Jahre wiedergewählt. Sein politisches Ansehen geht weit über die Grenzen Portugals hinaus. Er erhält Dutzende Preise, wie den europäischen Robert Schumann-Preis.

2006 nimmt der 81-Jährige einen neuen Anlauf, um Präsident zu werden. Diesmal ohne Erfolg. Aber Soares gilt weiter als politische Autorität.

Er ist ein ausgesprochener Gegner der Sparmaßnahmen der portugiesischen Mitte-rechts-Regierung. In einem Interview mit euronews sagt er 2011, “es ist eine Tragödie, welchen Einfluss die Wirtschaft auf ein Land oder eine Gruppe von Staaten hat. Ich glaube, die Europäische Union macht derzeit die größte Krise ihrer Geschichte durch. Jeder muss doch einsehen, dass Europa keine Zukunft hat, wenn wir keine Kursänderung vornehmen.”

Bis zuletzt engagiert sich Soares für demokratische Werte. Wie im Januar 2015, als er sich vor dem Rathaus von Lissabon an einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo beteiligt.

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