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Flirten oder Grabschen? Schweizer Parlament erklärt Abgeordneten den Unterschied

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Flirten oder Grabschen? Schweizer Parlament erklärt Abgeordneten den Unterschied

Flirten oder Grabschen? Schweizer Parlament erklärt Abgeordneten den Unterschied
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"Ein Flirt löst Freude aus, sexuelle Belästigung löst Ärger aus." Mit diesen Worten wird den Abgeordneten der Schweizer Bundesversammlung erklärt, wo die Grenze verläuft.

Das Merkblatt schickte die Verwaltungsdelegation an die Mitglieder des Parlaments. In den vergangenen Wochen hatten sich mehrere Parlamentarierinnen über sexuelle Belästigung beschwert. Ein Nationalrat geriet in die Schlagzeilen, weil er Frauen unter Alkoholeinfluss gestalked haben soll.

In dem Schreiben wird jegliche Form sexueller Belästigung verurteilt, dagegen sei "mit aller Entschiedenheit vorzugehen". Die Definition, die sich am Ratgeber der Eidgenossenschaft für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer orientiert, beschreibt sexuelle Belästigung als "einseitige, unerwünschte, erniedrigende, beleidigende Annäherung, die Grenzen verletzt".

"Entscheidend ist nicht die Wahrnehmung der aktiven Person, sondern diejenige der Person, an die das Verhalten gerichtet ist."

Ein Flirt dagegen sei eine "gegenseitige Entwicklung, die aufbauend und von beiden Seiten erwünscht" ist. Sie "stärkt das Selbstwertgefühl und respektiert die persönlichen Grenzen".

Die Abgeordneten werden gebeten, sich mit Anliegen im Zusammenhang mit sexueller Belästigung an die unabhängige Fachstelle für Mobbing und Belästigung zu wenden. Die Kosten für die Beratung übernehme das Parlament.

Das Merkblatt zur Thematik sexuelle Belästigung finden Sie hier.

Kritik für die Verhaltensregeln kam von der SVP-Abgeordneten Barbara Steinemann.

Skandal um Nationalrat Buttet

Im Oktober war bekannt geworden, dass Nationalrat Yannick Buttet Frauen unter Alkoholeinfluss gestalked haben soll. Am Donnerstag (14. Dezember) verzichtete der 40-jährige auf den Vorsitz der Stiftung Rives-du-Rhône, die sich für die Behandlung Suchtkranker einsetzt. Buttet will laut Schweizer Medien einen Alkoholentzug machen.