An diesem Wochenende findet der Ski-Weltcup in dem Schweizer Alpenort statt, der zur Neujahrsnacht traurige Schlagzeilen wegen des Brandes in einer Bar machte. Eine Gratwanderung zwischen Sportfest und Trauer.
Beim Ski-Weltcup in Crans-Montana ging es in diesem Jahr nicht nur ums Skifahren, sondern auch um den tragischen Brand der Bar "Le Constellation" in der Neujahrsnacht. Die Zuschauer hielten beim Ski-Weltcup, der an diesem Wochenende in Crans-Montana stattfindet, eine Schweigeminute ab, um der Opfer des Brandes zu gedenken. Die Banner des Weltcups rund um den Austragungsort tragen ebenfalls eine Gedenkinschrift für die Opfer - vierzig Tote und 116 Verletzte.
Sportlich stand der Auftakt der Veranstaltung allerdings auch unter einem schlechten Stern. Nach mehreren schweren Stürzen bei der Abfahrt der Frauen wurde das Rennen abgebrochen.
Das Ehepaar Moretti, das die Bar "Le Constellation" in dem Schweizer Skiort betreibt, wird des fahrlässigen Totschlags, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung verdächtigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass Sprühfontänen auf Champagnerflaschen das Feuer entfachten, als sie zu nahe an die Schaumstoff-isolierte Decke gehalten wurden. Dass der Betreiber kürzlich gegen eine Kaution von 200.000 Schweizer Franken - laut Medienberichten gezahlt von einem Uhren-Unternehmer - aus der Untersuchungshaft freigelassen wurde, stieß auf Empörung und Kritik.
Auch gegen einen ehemaligen Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde Crans-Montana wird nun wegen mangelnder Kontrollen ermittelt.
Inzwischen wurde ein Video eines Mitarbeiters der Bar öffentlich, das zeigen soll, wie die Deckenisolierung mit Leim wenige Tage vor der Silvesternacht an schadhaften Stellen befestigt wurde. Der Barchef überlebte die Brandkatastrophe mit Verbrennungen. Er äußerte sich kritisch über den Betrieb dort, hatte nach Angaben der Familie erst im Dezember in der Bar angefangen, aber kündigen wollen, nicht nur wegen der Führung des Betriebs, sondern auch, weil Minderjährige dort eingelassen wurden, wie französische und Schweizer Medien berichteten.