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Iraker, der Schuh nach George W. Bush warf, will ins Parlament

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Copyright REUTERS/Denis Balibouse
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Von Alexandra Leistner
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Während einer Pressekonferenz im Jahr 2008 hatte Muntazer al-Zaidi den damaligen US-Präsidenten George W. Bush mit Schuhen beworfen. Jetzt will er selbst Abgeordneter im Irak werden.

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Ein irakischer Journalist, der mit einem Schuhwurf nach dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush bekannt wurde, will nach eigenen Angaben in seinem eigenen Land kandidieren.

Muntazer al-Zaidi, 39, sprach am Telefon mit Rima Abdelkader von Euronews-Partner NBC News.

Am 14. Dezember 2008, als er für den Fernsehsender al-Baghdadiya arbeitete, warf al-Zaidi während einer Pressekonferenz seine Schuhe auf den damaligen Präsidenten Bush in Bagdad. Berichten zufolge soll er gleichzeitig auf Arabisch gerufen haben "dies ist ein Abschiedskuss vom irakischen Volk, du Hund. Dies ist von den Witwen, Waisen und allen, die im Irak getötet worden sind!"

Der Journalist stellte sich nach der Invasion des Irak und dem Sturz von Saddam Hussein entschieden gegen die Präsenz der US-Streitkräfte. Er erhielt eine dreijährige Gefängnisstrafe. Bis zum 15. September 2009 saß er im Gefängnis.

Diese Szene machte Muntazer al-Zaidi berühmt.

Diese Zeit beschrieb er gegenüber Euronews als "sehr schwierig". Er sei gefoltert worden und habe sich seine Nase und einen Fuß gebrochen, sowie einen Zahn verloren.

Anschließend ging al-Zaidi in den Libanon, dann in die Schweiz, dann zurück in den Libanon, bis er 2011 in den Irak zurückkehrte. Dort habe er erneut drei Tage im Gefängnis verbracht und sei dann wieder in den Libanon gegangen.

Zu Beginn des Jahres entschied er dann endgültig, im Irak zu leben. Seine Wahlkampagne begann vor einem Monat.

"Die Menschen im Irak sind der Politik überdrüssig", sagte al-Zaidi am Telefon aus Bagdad. "Wenn ich Präsident des Irak werde, verhindere ich den Missbrauch meines Volkes".

"Ich werde die "Dieb-Politiker" ins Gefängnis stecken", fügte der Journalist hinzu. "Ich werde nicht zulassen, dass sich der Iran in den Irak einmischt. Das lehne ich ab".

Auch auf Twitter wirbt al-Zaidi für seine Agenda.

Al-Zaidi sagte, die Umgebung habe sich seit seiner Rückkehr verändert. "Die Leute sind sehr glücklich und sagen mir, sie unterstützen mich", sagte er. "Alle Leute aus meinem Land sagen mir: Wir unterstützen dich, du wirst gut sein für unser Land in der Politik", erklärte er.

Zu seinen Wahlversprechen zählt auch die Reform des Gerichtssystems, er will Frauen im Irak unterstützen und verhindern, dass der Iran im Irak an Einfluss gewinnt.

Die irakischen Parlamentswahlen finden am 12. Mai statt. Die gewählten Abgeordneten werden dann den irakischen Präsidenten und Ministerpräsidenten wählen.

Lesen Sie hier ein Interview mit al-Zaidi aus dem Jahr 2010.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hatten wie fälschlicherweise geschrieben, al-Zaidi wolle Präsident werden. Das trifft so nicht zu, er kandidiert zunächst für ein Abgeordnetenamt.

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