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Polens erstes Atomkraftwerk: US-Konzern baut Anlage an der Ostseeküste

USA bauen Atomkraftwerk an polnischem Strand
USA bauen Atomkraftwerk am polnischen Strand Copyright  x.com/motykamilosz/
Copyright x.com/motykamilosz/
Von Aleksandra Galka Reczko
Zuerst veröffentlicht am
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Mit der Übergabe des Baufelds beginnt die nächste Phase beim geplanten ersten polnischen Atomkraftwerk. Auf mehr als 330 Hektar sollen Straßen, Entwässerung und eine umfassende Baustelleninfrastruktur entstehen.

Polen hat das Gelände für sein erstes Kernkraftwerk offiziell an die Projektbeteiligten übergeben. An der Zeremonie nahmen Energieminister Miłosz Motyka, der Chef des staatlichen Projektunternehmens Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ), Marek Woszczyk, der US-Botschafter in Polen, Tom Rose, Vertreter des US-Konzerns Bechtel sowie Abgeordnete und Kommunalpolitiker teil.

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Bechtel, einer der weltweit größten Anbieter von Infrastrukturprojekten, übernimmt als Generalunternehmer die Koordination der Arbeiten auf dem Baufeld. Das Unternehmen soll die Umsetzung steuern, Subunternehmer koordinieren und die Sicherheit auf der gesamten Baustelle gewährleisten.

"Größte Investition" der modernen polnischen Geschichte

Energieminister Motyka betonte bei der Übergabe die strategische Bedeutung des Kraftwerksbaus für Staat und Wirtschaft.

"Das ist die größte Investition in die polnische Wirtschaft in der modernen Geschichte unseres Landes. Sie stellt sicher, dass die Energiewende den wichtigsten Akteuren dieses Prozesses – den Verbrauchern – wieder günstigen Strom und verlässliche Lieferungen bringt. Sie garantiert unsere energetische Souveränität und den Aufbau einer neuen Lieferkette", sagte Motyka. Das Projekt sei ein vorrangiges Vorhaben der polnischen Regierung.

Mehr als 330 Hektar für den Bau vorbereitet

PEJ-Chef Woszczyk erklärte, dass bereits mehr als 330 Hektar Wald gerodet und eingezäunt worden seien. Stromleitungen bis zum künftigen Baufeld sollen die Energieversorgung während der Bauarbeiten sichern.

Zugleich verwies Woszczyk auf die zunehmende Beteiligung polnischer Unternehmen. Seit 2020 habe PEJ Verträge mit rund 475 polnischen Partnern im Gesamtwert von mehr als 1,2 Milliarden Złoty abgeschlossen. Darunter seien 77 Unternehmen aus der Woiwodschaft Pommern mit Aufträgen im Umfang von rund 370 Millionen Złoty.

Geologische Untersuchungen laufen

Leszek Hołda, Chef von Bechtel Polska, sagte, sein Unternehmen sei bereits seit Längerem vor Ort tätig. Zu den bisherigen Arbeiten gehörte demnach der Abschluss einer von drei Phasen geologischer und geotechnischer Untersuchungen für die geplanten Reaktoren.

Dabei seien an mehr als 200 Punkten Bohrungen mit einer Gesamtlänge von über 23 Kilometern niedergebracht und rund 10.000 Bodenproben entnommen worden. "Das alles dient dazu, die Auslegung der Standorte und Fundamente der Kernreaktoren optimal vorzubereiten", sagte Hołda.

Am selben Tag unterzeichneten Budimex und Bechtel Polska einen Vertrag über Erdarbeiten und die Vorbereitung des Baugeländes.

Erdarbeiten sollen bis 2029 laufen

Zunächst wollen die Auftragnehmer das Gelände nivellieren, die Entwässerung umbauen und erweitern sowie ein rund 16 Kilometer langes Netz provisorischer Straßen anlegen. Parallel sollen Flächen für technische, logistische und produktionstechnische Einrichtungen vorbereitet und die bestehende Infrastruktur angepasst werden.

Geplant ist eine große Baustellenbasis mit Tank- und Lagerflächen für Treibstoffe, Waschplätzen, Servicewerkstätten, Lager- und Depotflächen sowie Büro-, Sozial- und Sanitärbereichen. Nach Angaben von PEJ sind die Arbeiten vom dritten Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2029 genehmigt.

Hołda beschrieb die Größenordnung der anstehenden Arbeiten so: "Jetzt beginnen die Erdarbeiten. Das ist ein sehr wichtiger nächster Schritt. Teile des Bodens werden bewegt, um das Gelände zu ebnen. Wir gehen von rund sechs Millionen Kubikmetern aus."

Was ist Polskie Elektrownie Jądrowe?

Polskie Elektrownie Jądrowe sp. z o.o. bereitet den Investitionsprozess für das erste polnische Kernkraftwerk vor und fungiert als Investor des Projekts. Die Anlage soll über eine installierte Leistung von 3,75 Gigawatt elektrisch verfügen und mit großskaligen Druckwasserreaktoren der Generation III+ betrieben werden.

PEJ soll später auch den Betrieb des Kraftwerks übernehmen. Zudem unterstützt das Unternehmen die Regierung bei der Umsetzung des polnischen Kernenergieprogramms und beim Ausbau der zivilen Nuklearindustrie.

Das Gießen des ersten Betons für die Fundamente von Block 1 ist für 2028 vorgesehen. In der Branche gilt dieser Schritt als der eigentliche Beginn der Bauarbeiten.

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