Seit 20 Jahren unbemerkt: Riesenwürmer mit Hammerkopf in Frankreich entdeckt

Seit 20 Jahren unbemerkt: Riesenwürmer mit Hammerkopf in Frankreich entdeckt
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Von Emma BeswickAlexandra Leistner
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"Von der Wissenschaft übersehen": Der Bipalium kewense ist ein Plattwurm, ernährt sich von Regenwürmern und ist ein Hermaphrodit.

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Flachwürmer mit einem Kopf in Form eines Hammers oder auch Halbmonds, die bis zu einem Meter lang werden können, leben laut einer neuen Studie seit über 20 Jahren in Frankreich und seinen Überseegebieten.

Sie gelten als Raubtiere für lokale Regenwürmer und sind potenziell eine Gefahr für die Biodiversität des Landes.

"Ich bin völlig schockiert, dass noch nie jemand an diesem Thema gearbeitet hat", sagte Jean-Lou Justine vom Pariser Naturkundemuseum, Leiter des internationalen Forscherteams gegenüber Euronews.

Die Anzahl und die beeindruckende Größe der Wirbellosen hätten sie schwer zu übersehen gemacht. Die in der Studie gefundenen Würmer waren bis zu 40 cm lang.

"Diese Würmer sind riesig", so der Forscher. "Es ist fast unmöglich für die Natur, einen Wurm von etwa einem Meter Länge zu erschaffen."

Pierre Gros - CCBY 4.0
Ein riesiger Flachwurm frisst einen RegenwurmPierre Gros - CCBY 4.0

Über die Plattform "citizen science", sammelten die Forscher Informationen, erstellten einen Blog und einen Twitter-Account und nahmen Sichtungen per Telefon und E-Mail auf.

Sie kamen zu dem Schluss, dass "die in der französischen Metropole und den Überseegebieten vorkommenden Arten als invasive, gebietsfremde Arten anzusehen sind".

Ihre wichtigste Erkenntnis war der Beweis, dass diese Würmer seit mindestens 20 Jahren in Frankreich leben.

"Sie (die Hammerkopfflachwürmer) haben sich nicht versteckt, sie waren sichtbar. Die Leute fanden sie in ihren Gärten, aber die Wissenschaftler haben sie übersehen", sagte Justine.

Aus Asien stammend, ist es wahrscheinlich, dass sie ursprünglich auf Pflanzen nach Europa kamen.

Um die tatsächlichen Auswirkungen auf Regenwürmer und die lokale Umwelt abzuschätzen, sei eine größere ökologische Studie notwendig.

"Wir haben nur einen kleinen Teil unserer Forschung veröffentlicht", so der Forscher.

Das Team untersuchte auch andere in Frankreich vorkommende Arten, darunter über 10 weitere invasive Plattwürmer (Platyhelminthes), neben den Hammerkopfflachwürmern.

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