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Make-Up und Schweineblut: Babtschenko verrät Details zu seinem "Mord"

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Make-Up und Schweineblut: Babtschenko verrät Details zu seinem "Mord"

Babtschenko zu Details über seinen "Mord"
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REUTERS/Valentyn Ogirenko
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Der russische Journalist Arkadi Babtschenko, der seinen eigenen Tod vortäuschte, hat zu den Details der vom ukrainischen Geheimdienst eingefädelten Inszenierung geäußert.

Im Gespräch mit Journalisten sagte er, dass er mit Schweineblut beschmiert und als Teil des ausgeklügelten Plans in die Leichenhalle gebracht wurde.

Offiziellen ukrainischen Angaben zufolge wurde Babtschenko "ermordet", um einen angeblichen Attentatsplan des russischen Geheimdienstes zu vereiteln.

Ein Visagist sei in seine Wohnung gekommen um ihn zu schminken. Es sollte alles so aussehen, als wäre er erschossen worden. Er bekam ein T-Shirt mit Einschusslöchern zum Tragen und man goss Schweineblut über ihn.

Dann tat er als sei er tot, als ein Ärzteteam - das in den Plan eingeweiht war - ihn ins Leichenschauhaus brachte, und ihn für tot erklärte. Sobald er in der Leichenhalle war, habe er sich wieder frei bewegen können.

"Dann habe ich die Nachrichten verfolgt und gemerkt, was für ein toller Kerl ich war", sagte er und sprach über die Artikel, die Medien nach seinem Tod in der ganzen Welt über ihn schrieben.

Babtschenko wies Kritik an der Inszenierung zurück. Er rechtfertigte die Aktion, er habe um sein Leben gefürchtet.

"Jeder, der das sagt, untergräbt das Vertrauen in Journalisten: Was würden Sie an meiner Stelle tun, wenn sie zu Ihnen kämen und sagten, es werde einen Anschlag auf Sie geben?" fragte Babtschenko im Gespräch mit euronews.

Der Reporter sagte, als er zum ersten Mal mit Informationen über die angebliche Verschwörung, ihn zu töten, angesprochen wurde, wollte er weglaufen. Aber dann erinnerte er sich, dass Sergei Skripal versucht hatte, wegzulaufen, und sie ihn trotzdem erwischt.

Britische Behörden beschuldigen Russland für den Mord an Skripal, einem ehemaligen russischen Doppelagenten, der im britischen Salisbury vergiftet wurde.

Babtschenko sagte, er habe sich dem Plan freiwillig verpflichtet. Sein erster Gedanke habe darin bestanden, seine Familie zu schützen und am Leben zu bleiben.

Schon 2017 hätten ihn Quellen in Russland vor Morddrohungen gewarnt.

Der Kriegsreporter und Journalist lebt nun an einem von Sicherheitskräften bewachten Ort. In den nächsten Tagen will er es ruhig angehen lassen: "Ich habe vor, etwas zu schlafen, mich zu betrinken und dann in zwei oder drei Tagen aufzuwachen."