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Wagners mystischer "Parsifal" zieht München in seinen Bann

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Wagners mystischer "Parsifal" zieht München in seinen Bann

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Wagners letztes Werk ist eine unvergleichliche philosophische und mystische Reise: "Parsifal" dreht sich um die Sage desHeiligen Grals. Mit einer düsteren Inszenierung eröffneten die Münchner Opernfestspiele an der Bayerischen Staatsoper.

Der zeitgenössische Maler Georg Baselitz entwarf das Bühnenbild, eine Starbesetzung mit Nina Stemme als Kundry, René Pape als Gurnemanz und Jonas Kaufmann, der Parsifal, den "reinen Tor" verkörpert.

"Parsifal ist grundsätzlich ein sehr intensives Stück. Für mich die perfekteste Variante unter all den Wagner Werken, insofern als das er zum ersten Mal wirklich nicht nur von Geschichte, von Helden und Göttersagen, von Liebe spricht, sondern von einem Glauben - was auch immer das für ein Glauben sein mag - von dem Sehnen, von dem Leiden, von dem Erlösen", sagt Jonas Kaufmann.

René Pape meint: "Wagner hat sich auch mit Buddhismus und mit anderen Religionen beschäftigt. Ich finde, man kann es nicht festmachen an einer christlichen Religion. Es ist eher weltumspannend, also jeder Mensch, der an irgendetwas glaubt, darauf trifft der Parsifal zu."

Die schwedische Sopranistin Nina Stemme sagt: "Das Werk führt einen in ganz verschiedene Welten. Es ist rätselhaft und gleichzeitig wunderschön, das aus Wagners Sicht in die Zukunft weist, aber auch zurück in die Geschichte zeigt.

Am Ende ist Wagner wie eine Sucht

Richard Wagners Bühnenweihfestspiel wurde 1882 uraufgeführt. Erzählt wird die Geschichte von Parsifal, der dazu bestimmt ist, die Gralsgemeinschaft zu retten, die die Reliquien der letzten Tage Christi bewachen soll. Parsifals Begegnung mit der verführerischen Kundry hat einen tiefen Einfluss auf beide:

"Während dieser Szene passiert etwas mit Kundry, als sie versteht, wer dieser Parsifal ist oder sein könnte. Sie verliebt sich in ihn als Frau, nicht als die Verführerin", so Nina Stemme.

Jonas Kaufmann sagt: "Mit diesem Kuss kommt plötzlich etwas extrem Klares in ihm hoch, er erkennt seine Zukunft, er weiß seine Mission, er ahnt, dass er jemand sein kann, der alles verändert. Bei Wagner sagt man ja allgemein, es dauert einfach ein bisschen, man hört sich hinein und irgendwann greifen plötzlich alle Zahnräder und das große Ganze beginnt zu schwingen und es wird wie eine Sucht und man kann dem nicht mehr auskommen und da vergisst man wirklich Raum und Zeit."

_Weitere Infos:
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_Die Münchner Opernfestspiele laufen noch bis zum 31. Juli.
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_Die nächsten Aufführungen von Wagners "Parsifal" sind am 31. Juli sowie am 24.,28. und 31. März 2019.
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Die Bayerische Staatsoper hat den "International Opera Award 2018" gewonnen und ist das „Opernhaus des Jahres“.

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