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Darf's ein Glas Blauer sein?

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Reuters
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Weiß, rot, rose oder doch lieber blau?

Was puristischen Weinliebhabern wohl die Haare zu Berge stehen lässt, hat die Firma Vindigo zum Geschäftsmodell gemacht. Laut Hersteller enthält der Wein keine künstlichen Farbstoffe.

Aromen von Kirsche, Himbeere und Passionsfrucht

Stattdessen lässt man die den Wein aus Chardonnay Trauben zusammen mit Schalen von roten Trauben ziehen. Heraus kommt ein azurblauer Tropfen mit Aromen von Kirsche, Himbeere und Passionsfrucht. Dabei verleihen natürliche Farbstoffe, sogenannte Anthozyane, dem Wein seine besondere Farbe.

Eine Kellerei in Spanien produziert den Wein, den das Unternehmen im Weinland Frankreich vermarktet. In einem Land, wo auch Rosè schon als Stiefkind von weiß und rot angesehen wird, glaubt nicht jeder an die neue Kreation. Doch der Kundschaft scheint es zu schmecken, wie Geschäftsführer Rene Le Bail erzählt.

"Nachdem die Geschichte im Fernsehen war, wurde es verrückt. Wir haben unsere Handys ausgestellt, ich habe meiner Frau gesagt, dass wir wegfahren und unsere Handys zu Hause lassen müssen."

Nicht alles darf Wein genannt werden

Wir haben uns gedacht, dass es einige Aufregung geben würde, aber nicht so viel. Es war verrückt. Jeder rief uns an am nächsten Tag und wollte Vindigo probieren.

Vor zwei Jahren hatte ein spanisches Unternehmen schon einmal versucht, einen blauen Wein auf den Markt zu bringen, scheiterte mit seinem "Vin Bleu" jedoch an den strengen Richtlinien, die der Bezeichnung für Wein unterliegen.

Diese Regel konnte die Firma aus dem südfranzösischen Sete mit dem Etikett "Vindigo" umgehen. Die nächste Lieferung mit 35.000 Flaschen ist schon bestellt. Interesse gibt es inzwischen auch aus Belgien, Deutschland, Russland und China.