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Korea: Baldiges Familientreffen an der Grenze

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Korea: Baldiges Familientreffen an der Grenze

Ein älterer Mann hält ein Bild seiner Verwandten hoch
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REUTERS/Kim Hong-Ji
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Noch einmal die geliebten Angehörigen auf der anderen Seite der Grenze wiedersehen: Diese Hoffnung haben hunderte Südkoreaner, die sich für ein kurzes Familientreffen registrierten.

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea 1950-53 hatte tausende Familien auseinandergerissen. Bis 26. August sollen sich Familienmitglieder nun treffen können.

Lee Kwan-joo, 93, freut sich darauf, seine Neffen kennenzulernen: "Mein Bruder ist bereits gestorben und ich habe gehört, dass meine Neffen noch leben. Ich habe sie noch nie gesehen. Was bleibt mir anderes zu sagen außer dass ich glücklich bin?"

Kwon Seok, 94, sieht dem Treffen mit ihrer Enkelin entgegen: "Ich bin glücklich. Meinen Sohn kann ich nicht sehen, aber ich freue mich darauf, meine Enkelin kennenzulernen."

Das letzte Treffen dieser Art fand vor drei Jahren statt.

Zwischen 2000 und 2015 fanden die Wiedersehen jährlich statt, bis sich die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden wieder verschlechterten. 2.046 Südkoreaner waren in diesem Zeitraum von einem Computer nach Alter und Familienhintergrund ausgewählt worden. Eine weitere Möglichkeit bestand über eine Anfrage durch die nordkoreanischen Angehörigen. 100 Menschen von beiden Seiten der Grenze durften pro Veranstaltung teilnehmen.

Seit 1988 haben sich über 132.000 Personen aus dem Süden auf Regierungslisten setzen lassen, für die Chance einer temporären Familienwiedervereinigung. Mehr als die Hälfte der Registrierten ist inzwischen verstorben. Für viele ist es die letzte Gelegenheit, ihre Verwandten noch einmal zu treffen.