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Horror-Kinderheim Tuam nicht auf der Reiseroute

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Horror-Kinderheim Tuam nicht auf der Reiseroute

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Papst Franziskus hat Westirland und den heiligen Marienschrein von Knock besucht. Im nahe gelegenen Tuam waren Proteste von Opfern der kirchlichen Kinderheime angekündigt. Tuam hat der Papst auf seiner Reiseroute aussen vor gelassen. Nach der Abschlussmesse in Dublin wird der Papst wieder in Rom erwartet.

Ausbeutung und Demütigung: Heime für "gefallene Mädchen"

Hier gab es bis in die 60er Jahre ein kirchliches Kinderheim für "gefallene Mädchen". Von den dort lebenden Nonnen wurden die ledigen Mütter gedemütigt und als Arbeitskräfte ausgebeutet. Ihre verstorbenen Kinder wurden statt auf dem kirchlichen Friedhof wie Abfall in Klärgruben, Abwasserkanälen und unterirdischen Kammern entsorgt.

Die Überreste von fast 800 Kindern von Nonnen "entsorgt"

Die irische Polizei hat in den vergangenen Jahren den Fund von „großen Mengen“ Knochen von Föten und Skeletten von Kindern im Alter bis zu drei Jahren in 17 unterirdischen Kammern bestätigt.

Damit ist in den Augen vieler Opfer des St. Mary’s Mother and Baby Home belegt, dass in Tuam und anderen Einrichtungen für schwangere Unverheiratete, die die katholische Kirche in Irland betrieb, „Massenmord“ begangen wurde.

Opferorganisation: Tuam "nur die Spitze des Eisbergs"

Die „Coalition of Mother and Baby Home Survivors“ erklärte, Tuam sei „nur die Spitze des Eisbergs“. Mindestens 6000 Babys und Kinder seien in neun Heimen des Ordens über Jahrzehnte umgekommen.

Die Republik Irland arbeitet seit drei Jahren mit Hilfe einer Kommission landesweit die Geschichte von kirchlichen Heimen für ledige Mütter und deren Kinder auf.