Eilmeldung

Eilmeldung

Slowenien: 49 Jahre alter Rechtsextremist leitet paramilitärische Gruppe

Sie lesen gerade:

Slowenien: 49 Jahre alter Rechtsextremist leitet paramilitärische Gruppe

Andrej Sisko ist ein slowenischer Politiker.
@ Copyright :
REUTERS/Srdjan Zivulovic/File Photo
Schriftgrösse Aa Aa

Das Auftauchen einer paramilitärischen Gruppe an der Grenze zu Österreich beschäftigt Slowenien. Bilder von den maskierten und zum Teil bewaffneten Männern kursierten erstmals am vergangenen Samstag im Internet. Die Männer nennen sich selbst "Steirer Garde" in Anspielung auf die Region Steiermark.

Für Sisko ist Waffenbesitz ein Menschenrecht

Als Organisator und Anführer hat sich bereits der slowenische Nationalist und Rechtsextremist Andrej Sisko bekannt. Sisko, der im vergangenen Jahr erfolglos als Präsident kandidierte, sieht an der Gruppe nichts Illegales. "Das ist eine Verteidigungseinheit von freien Menschen aus der Region Steiermark", sagte der 49-Jährige.

Pred prisego Štajerske varde.

Publiée par Andrej Šiško sur Lundi 3 septembre 2018
Dieses Video der "Steirer Garde" hat Andrej Sisko auf Facebook gepostet.

Rund 100 Freiwillige hätten sich laut Sisko vereint, um auf ihr Recht auf Waffenbesitz zu pochen. In einem Interview erklärte er: "Wenn es nötig ist, sollten Waffen eingesetzt werden. Dafür sind Waffen da. Das Recht, Waffen zu tragen und zu benutzen ist ein grundlegendes Menschenrecht. Wenn die Menschen nicht das Recht dazu haben, dann können sie nicht frei sein. Wenn du dich nicht selbst verteidigen kannst, dann kannst du nicht frei sein. Dann bist du nur ein Sklave."

Slowenische Sicherheitsexperten schlagen Alarm

Da Sisko auch in anderen Regionen Sloweniens Milizen plant, sind Sicherheitsexperten wie Ales Rucman von der Universität Maribor besorgt: "Das ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Wir sind an dem Punkt, wo demokratische Werte aufhören und die Regeln auf der Straße festgelegt werden."

Auch Sloweniens Staats- und Regierungschefs haben die bewaffnete Bürgergruppe verurteilt. Die Polizei ermittelt bereits gegen die "Steirer Garde".