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Schleusergeschäft im nigerischen Agadez, dem "Tor zur Sahara"

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Schleusergeschäft im nigerischen Agadez, dem "Tor zur Sahara"

Schleusergeschäft im nigerischen Agadez, dem "Tor zur Sahara"
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Niger in Westafrika- eines der wichtigsten Transitländer für Migranten, die Europa erreichen wollen. Die Hauptstadt der Schleuser ist die Wüstenstadt Agadez, das Tor zur Sahara. Durch die Sahara geht es nach Libyen und von dort aus über das Mittelmeer nach Europa. Doch nachdem die EU ihre Grenzen immer mehr abschottet, kommen die Pickups oft vollbeladen aus Libyen in den Niger zurück.

"Viele von den Menschen hier erzählen uns, dass sie versucht haben über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, es aber nicht geschafft haben. Und die Situation in Libyen ist für sie unerträglich, viele wollen wieder zurück in ihre Heimat", berichtet die euronews-Reporterin Valérie Gauriat.

"Sie haben uns eingesperrt. Wir haben zwar für die Überfahrt nach Europa bezahlt, aber wir hatten nicht das richtige Netzwerk um wegzukomme", erzählt ein Flüchtling aus dem Senegal. "Ich will zu mir nach Hause zurück"

Mohamed hat die Fahrt organisiert. Der Touareg ist einer der vielen Schlepper in Agadez. Zehntausende leben direkt oder indirekt von der Migration: Schleuser, Verbindungsmänner und Fahrer- Besitzer von Unterkünften, Geldwechsler, Taxifahrer.

Doch auf Druck der EU erließ die Regierung bereits im Mai 2016 ein Gesetz, das Schlepperei unter Strafe stellt. Es drohen bis zu 30 Jahre Gefängnis. Reisen nach Libyen und Algerien wurden erschwert, Grenzkontrollen verschärft. Im Gegenzug erhält das Land viel Geld von der EU . Bis 2020 erhält die Regierung in Niamey rund eine Milliarde Euro an Entwicklungshilfe.

Mohamed Tchiba: « Ich bin und bleibe Schlepper, auch heute noch. Ich höre immer wieder, dass sie uns etwas geben wollen, wenn wir diese Arbeit niederlegen. Aber man hat uns nichts gegeben. Ich kenne keine andere Arbeit als diese."

Gestoppt wurde das Schleusergeschäft durch das Verbot nicht. Die Zahl der Menschen, die von Agadez nach Libyen reisen, soll zwar gefallen sein, Schätzungen sprechen von 1000 Menschen wöchentlich im Vergleich zu 7000 Flüchtlingen 2015. Aber die Routen werde gefährlicher, oft folgen Schlepper nun den abgelegeneren Wegen der Drogen- und Waffenschmuggler, weit entfernt von Oasen und mit erhöhter Gefahr, bewaffneten Islamisten oder Banditen zum Opfer zu fallen.

In einem der sogennanten "Ghettos von Agadez" warten die Kandidaten auf ihre gefährliche Wüstendurchquerung. Vier der jungen Männer sind bereit mit euronews zu sprechen.

Mohamed aus Guinea: "Es gibt Treffen der europäischen und der afrikanischen Staatschefs, bei denen den afrikanischen Staatschefs viel Geld geben wird, damit sie die Migranten nicht mehr durchlassen. Das ist für uns ein Verbrechen. Sie denken nur an sich selbst und handeln nicht im Interesse ihres Kontinents."

Zwei der Jugendlichen hier wurden bei ihrem ersten Versuch von ihrem Fahrer in der Wüste zurückgelassen- viele von ihren Mitreisenden sind verdurstet. Doch sie werden es wieder versuchen, nach Europa zu kommen, denn in ihren Heimatländern sehen sie keine Zukunft.

Drogba von der Elfenbeinküste: "Der beste Weg Immigration zu stoppen ist es damit aufzuhören den Staatschefs Geld zu geben und lieber hier Arbeitsplätze zu schaffen, damit die Jungen nicht mehr weggehen müssen."