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Alternativer Nobelpreis: Erstmals auch an saudische Menschenrechtler

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Alternativer Nobelpreis: Erstmals auch an saudische Menschenrechtler

Alternativer Nobelpreis: Erstmals auch an saudische Menschenrechtler
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Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr nach Guatemala, Niger, Australien - und erstmals nach Saudi-Arabien. Offiziell heißt der Preis "Right Livelihood Award" und wird seit 1980 an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. Er wird durch Spenden finanziert.

Geehrt werden diesmal unermüdliche Kämpfer gegen Korruption, Totalitarismus und die Dürre in Afrika. "In einer Zeit alarmierender Umweltzerstörung und des Versagens politischer Führung zeigen unsere Preisträger einen Weg in eine andere Zukunft", erklärte der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll, am Montag in Stockholm.

Die bahnbrechende Arbeit der Preisträger gebe enorme Hoffnung und verdiene die höchste internationale Aufmerksamkeit, erklärte von Uexküll.

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die Juristen Thelma Aldana und Ivan Velásquez, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen. Velásquez leitet die Internationale Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen (Cicig). Aldana war bis zum Frühjahr Generalstaatsanwältin in dem zentralamerikanischen Land und stieß zusammen mit Velásquez Ermittlungen gegen den inzwischen inhaftierten Präsidenten Otto Perez Molina an.

"Dieser Preis kommt zu einem besonders dramatischen Zeitpunkt im Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption", erklärte Velásquez. Guatemala verweigert ihm derzeit die Einreise, nachdem er Mitte August eine Aufhebung der Immunität von Präsident Jimmy Morales für ein Strafverfahren wegen illegaler Wahlkampffinanzierung gefordert hatte. Cicig bemängelte, dass die Herkunft von rund 600 000 Dollar für die Wahl von 2015 unbekannt sei. Von Uexküll betonte, die von Aldana und Velásquez geleistete Arbeit sei einzigartig. «Wir fordern Präsident Jimmy Morales auf, diese guatemaltekische Erfolgsgeschichte nicht zu beenden.»

Die mit je rund 96 000 Euro dotierten Geldpreise gehen an den Bauern Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und den Australier Tony Rinaudo, die sich beide dafür einsetzen, dass dürres, unfruchtbares Land in Afrika landwirtschaftlich genutzt werden kann. Sawadogo sei bekannt als "der Mann, der die Wüste aufhielt", erklärte die Stiftung. Er habe Bauern in Afrika geholfen, ihr Land wieder fruchtbar zu machen - und damit den Frieden in der Sahel-Zone unterstützt.

Auch der Agrarwissenschaftler Rinaudo gilt demnach als "Waldmacher", weil er eine Methode entwickelte, aus im Wüstensand verborgenen Wurzelsystemen Bäume heranzuziehen. So habe er nicht nur Wüstenbildung bekämpft, sondern auch Hunger und Verzweiflung.

Zum ersten Mal werden mit dem Preis zudem Menschenrechtskämpfer aus Saudi-Arabien ausgezeichnet: Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani und Walid Abu al-Chair bekommen ihn, weil sie friedlich das autoritäre System ihres Landes heraus- und Menschenrechte einfordern. Sie setzen sich für eine Gewaltenteilung und die Abschaffung männlicher Vormundschaft ein, die den Frauen grundlegendste Rechte nimmt. Alle drei sitzen deshalb im Gefängnis.