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Ceuta: Geheimdienst warnte Spaniens Regierung schon Tage vor der Krise

Geheimdienst warnte Regierung Tage vor Migrationskrise in Ceuta, Ceuta, am ersten August 2026
Geheimdienst warnte Regierung Tage vor Migrationskrise in Ceuta, Ceuta, 1. August 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Jesús Maturana
Zuerst veröffentlicht am
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Militärische und zivile Geheimdienstkreise sagen, die Regierung habe früh von der Gefahr eines Massenzustroms nach Ceuta um das marokkanische Thronfest gewusst. Sie habe Warnungen ignoriert, bevor 60.000 Menschen an einem Tag die Grenze überquerten.

Der Vorsitzende der Mitte-rechts Partei Partido Popular (PP), Alberto Núñez Feijoo, hatte bereits darauf hingewiesen, als er am Samstag in Ceuta vor die Presse trat: Neue Informationen aus mehreren Quellen der militärischen und zivilen Geheimdienste legen nahe, dass die Regierung frühzeitig vom Risiko einer massenhaften Einreise von Migranten nach Ceuta wusste.

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Trotzdem ergriff sie nicht ausreichend Maßnahmen, um die Entwicklung zu stoppen. Warnungen trafen tagelang ein, teils noch wenige Stunden, bevor Zehntausende Menschen in die autonome Stadt kamen.

"Akt der Großzügigkeit" aus Marokko?

Die Geheimdienste hielten es für wahrscheinlich, dass König Mohammed VI. an der Grenze einen „Akt der Großzügigkeit“ zeigen würde, passend zur Thronfeier. Auf diese erste Warnung folgten Berichte über Schwimmübertritte aus Castillejos und über Busse, die aus verschiedenen Teilen Marokkos in den Grenzbereich fuhren.

Innerhalb von nur zehn Tagen waren rund 1.000 Menschen schwimmend nach Ceuta gelangt. Die Geheimdienste interpretierten dies als Testlauf der marokkanischen Behörden. Nach Angaben der befragten Quellen ging auch diese Warnung an die Regierung.

Am Ende überquerten bis zu 75.000 Migranten den Grenzübergang – die bislang größte dokumentierte Migrationskrise der Stadt. Nach Angaben des Innenministeriums sind in den Tagen danach rund 73.000 Menschen bereits nach Marokko zurückgekehrt.

Überforderte Grenze und Rolle des Militärs

Die am Übergang Tarajal eingesetzte Guardia Civil und Policía Nacional konnten den Ansturm nicht stoppen und versorgten nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Quellen vor allem Verletzte.

Dieselben Gesprächspartner, die mit der Zeitung „The Objective (Quelle auf Spanisch)“ sprachen, bedauern, dass die Regierung den Einsatz des Militärs nicht von Beginn an anordnete – obwohl in Ceuta und Melilla einsatzbereite Garnisonen bereitstanden. „Man hätte die Truppen ohne vorbereitende Sitzungen mobilisieren können, allein auf Grundlage einer politischen Entscheidung und des Befehls des Einsatzkommandos“, erklären sie.

Einsatzkräfte vor Ort berichten außerdem, die marokkanische Gendarmerie habe, so wörtlich, „tatenlos zugesehen“, während Migranten sowohl über die Mole als auch über die Zufahrtsstraße zum Grenzübergang strömten. Andere kletterten über Zäune und auf Hausdächer.

Quellen der Guardia Civil betonen zudem, die aktuelle Lage unterscheide sich von der Situation im Mai 2021.

Damals lockerte Marokko die Kontrollen als diplomatische Reaktion auf die Aufnahme der Führungspersönlichkeit der Frente Polisario, Brahim Ghali, in Spanien. Diesmal hatte sich das Phänomen der Schwimmübertritte bereits seit Wochen verstärkt – auch wegen eines Urteils des spanischen Obersten Gerichtshofs, das sogenannte Zurückweisungen an der Grenze von Menschen verbietet, die schwimmend ankommen.

Offizielle Darstellung und verspätete Reaktion

Das Innenministerium erklärte wenige Stunden später, die Zusammenarbeit mit Marokko sei „vorbildlich, loyal und dauerhaft“. Regierungschef Pedro Sánchez nannte den Massenandrang eine „Verletzung der territorialen Integrität“ Spaniens und machte Schleusernetzwerke verantwortlich, die seiner Darstellung nach das Urteil des Obersten Gerichtshofs genutzt hätten, um Tausende Jugendliche ins Meer zu schicken.

Sánchez betonte außerdem, die Zusammenarbeit mit Marokko sei von Beginn an „zügig und kontinuierlich“ gewesen. Innenminister Fernando Grande-Marlaska habe die Präsenz wegen der gestiegenen Ankünfte über das Meer verstärkt. Am Ende bedeutete diese Verstärkung jedoch nur rund 30 zusätzliche Beamte sowie ein Boot, das wenige Tage später einen Defekt erlitt.

Fest steht offenbar: Trotz der wiederholten Hinweise der Geheimdienste ordnete das Innenministerium die Entsendung von Verstärkungen erst am späten Donnerstagabend an. Erst dann rückte das Militär gemeinsam mit zusätzlichen Kräften der Guardia Civil und der Policía Nacional an.

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