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Migranten der Aquarius: über Malta nach Deutschland, Portugal, Spanien und Frankreich

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Migranten der Aquarius: über Malta nach Deutschland, Portugal, Spanien und Frankreich

Migranten der Aquarius: über Malta nach Deutschland, Portugal, Spanien und Frankreich
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Für die Migranten auf dem privaten Rettungsschiff Aquarius 2 im Mittelmeer ist eine Lösung in Sicht. Malta hat sich bereiterklärt, die 58 Personen an Land gehen zu lassen. Von dort aus sollen sie an mehrere EU-Länder weitergereicht werden.

Deutschland will 15 Migranten aufnehmen, die anderen werden zwischen Frankreich, Spanien und Portugal aufgeteilt. Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe schrieb von einer europäischen, menschlichen und wirkungsvollen Lösung.

Frankreich hatte zuvor erklärt, die Migranten vorerst nicht aufzunehmen. Die Einigung mit den drei anderen Ländern hat aber offenbar für einen Stimmungsumschwung in der Regierung gesorgt. Zufrieden mit der Zusammenarbeit in Europa ist man dort aber weiterhin nicht.

"Wenn Frankreich Anlaufstelle für alle Boote aus Afrika wird, ist das keine dauerhafte und politisch tragfähige Lösung", so Präsident Emmanuel Macron. "Manchmal mag ich den Eindruck erwecken, mich nicht von Mitgefühl leiten zu lassen, aber ich glaube, dass das keine Zukunft hätte. Das würde das Land an seine Grenzen bringen. Ich würde die Fremdenfeindlichkeit fördern und das würde auf Dauer die Probleme nicht lösen."

Die Probleme für die Aquarius hatten begonnen, nachdem Italien sich geweigert hatte, dem Schiff das Anlanden zu erlauben. Die populistische Regierung will sich aber offenbar keine Migrantenfeindlichkeit unterstellen lassen.

"In den vergangenen fünfeinhalb Jahren sind 588.000 Menschen von Migrantenbooten in Italien von Bord gegangen und Zehntausende Menschen wurden gerettet", so Ministerpräsident Giuseppe Conte, "Italien hat ein reines Gewissen. Italien ist nicht gegen Europa, aber Italien hat seinen Teil beigetragen."

Wie es für das Rettungsschiff Aquarius weitergeht, ist indes ungewiss. Das Schiff eines deutschen Reeders fährt bisher unter der Flagge Panamas. Jetzt löscht das Land die Registrierung – angeblich auf Wunsch der italienischen Regierung. Deren Innenminister Salvini hat bestritten, Druck auf Panama ausgeübt zu haben.