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"Very british" und melancholisch - letztes Weihnachten vor dem "Brexit"

"Very british" und melancholisch - letztes Weihnachten vor dem "Brexit"
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Die britischen Bulldoggen lassen die Mundwinkel hängen, der "Big Ben" ist aus Lebkuchen und wird am Ende aufgegessen: Zum letzten Weihnachtsfest in der Europäischen Union dekorieren viele Briten lokalpatriotisch – mit melancholischem Unterton. Der anstehende „Brexit“ ist auch auf dem Weihnachtsmarkt „Spirit of Christmas Fair 2018“ in London Dauerthema.

"Der "Brexit" hat schon einen riesigen Einfluss"

Christopher Eadie The Oxton Liqueur Company
Christopher Eadie

Aussteller leiden heute schon unter dem Verfall der britischen Währung.

Christopher Eadie, The Oxton Liqueur, Likörproduzent aus Nottinghamshire, Mittelengland:

"Nun, im Vorfeld des "Brexit" haben wir gesehen, wie die Währung von etwa 140 auf etwa 110 (Britische Pfund zum Euro) gefallen ist. Wir haben also einen Preisanstieg bei Waren, die wir aus Europa beziehen, um etwa 25 Prozent. Das ist bei uns unser ganzes Glas, das aus Italien, aus Deutschland und aus Frankreich kommt. Er hat also schon einen riesigen Einfluss.“

Vor allem Kunsthandwerker von außerhalb bemerken einen Rückzug auf klassische britische Symbole – und reiten auf der Welle.

Ania Zankowska

Ania Zankowska, Aerloom, stammt aus Polen:

"Ich spüre den Brexit noch nicht, natürlich sind wir alle sehr neugierig, was die Zukunft bringt. Ich bleibe sehr positiv ... meine Bestseller sind die Königin-Deko, die Bulldoggen und die Löwen. Ich denke, jeder fühlt sich zu Weihnachten immens stolz, britisch zu sein.“

Die Veranstalter, etwa Stuart Hunter, Clarion Events, spüren gleichzeitig Nervosität überall, das schlechtere reale Austauschverhältnis – terms of trade – habe den Einzelhandel abgekühlt.

Itet Radcliffe

Auch die Big-Ben-Bäckerin Itet Radcliffe, ursprünglich mal aus Hongkong, rechnet mit einem Rückzug vieler Briten auf sich selbst:

"Ich habe wirklich nach Ikonen gesucht, die man mit England verbindet. Wenn Sie den "Big Ben" sehen, ist das sofort London, England."

Sigrid Ulrich