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Wer gewinnt den Oscar der Uhrenindustrie?

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Wer gewinnt den Oscar der Uhrenindustrie?

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Handwerkliches Können verbunden mit hochwertigen Materialien und Innovation. Das verspricht die Uhrmacherkunst. Noch bis zum 14. November zeigt das Genfer Kunst- und Geschichtsmuseum Uhren der Extraklasse. Ausgewählt von der Jury des Grand Prix d'Horlogerie de Genève (GPHG zu deutsch, der Große Preis der Uhrmacherei von Genf) konkurrieren diese 72 Uhren um den "Oscar der Uhrenindustrie" den "Goldenen Zeiger" ("Aiguille d'Or").

Bei der 18. Ausgabe des GHPG gibt es 12 Kategorien. Neu dazugekommen ist die Kategorie "Challenge" für Uhren mit einem Verkaufspreis unter 4000 Schweizer Franken, auch Smartwatches sind zulässig. Insgesamt vergibt die Jury 17 Preise, neu dabei der "Audacity Prize". Dieser Award zeichnet eine der in den 12 Kategorien präsentierten Uhren für ihre "kreative Kühnheit" aus. Es liegt im Ermessensspielraum der Jury, ob er vergeben wird. Dieses Jahr findet die Preisverleihung am 9. November im Genfer Théâtre du Léman statt.:

"Uhren und die Uhrmacherei sind zeitlos, es geht auch darum, Werte von einer Generation an die nächste weiterzugeben, beim Messen der Zeit gibt es auch diese zeitlose Dimension, die hier durch die Uhren repräsentiert wird", sagt Raymond Loretan, Präsident der GPHG Foundation.

Eine hochwertige Uhr wird in mehreren Jahren gefertigt

Die Uhrmacherkunst umfasst mehrere Disziplinen, da die Mechanismen der Uhren der Extraklasse hochkomplex sind. Von der ersten Idee bis zum Endergebnis arbeitet ein Uhrmacher mehrere Jahre an einem dieser hochwertigen Exemplare:

"In der Regel entwickelt ein technisches Büro diese außergewöhnlichen Exemplare, der Uhrmacher braucht seine Zeit dafür: Die technischen Pläne müssen umgesetzt werden, und da wir von der hohen Uhrmacherkunst sprechen, werden auch die Elemente, die sie nie sehen werden, in Handarbeit geschmückt, abgerundet, poliert und komplett graviert", erklärt Uhrenexperte Balthasar de Pury.

Am Ende des Herstellungsprozesses spielt der letzte handwerkliche Schliff des Uhrmachers eine entscheidende Rolle:

"Die heutigen Uhrmacher wären ausgezeichnete Chirurgen, denn wenn man ein Rädchen sieht, das kaum die Dicke eines Haares hat, oder ein Teil von der Größe eines Sandkorns, dann geht es um unendlich kleine Dimensionen", sagt Balthasar de Pury.

Ein Kunsthandwerk, das auf Tradition und Kompetenz beruht. Der Markt für hochwertige Uhren hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert:

"Mein Ziel ist es, den internationalen Charakter des Grand Prix noch stärker zu unterstreichen und ihn zu einem Oscar der Uhrenindustrie für die ganze Welt zu machen. Aber bei dem Grand Prix geht es nicht allein um die Preise. Es ist auch ein Weg, um eine ganze Branche, eine Kunst, die Herstellung von Uhren über Generationen und Grenzen hinweg zu fördern", so Raymond Loretan.

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