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Salome Surabischwili wird erste Präsidentin Georgiens

Salome Surabischwili wird erste Präsidentin Georgiens
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In Georgien ist Salome Surabischwili zur Präsidentin gewählt worden. Mit ihrer Wahl übernimmt erstmals eine Frau das Amt des georgischen Präsidenten.

Surabischwili gewann die Stichwahl vor Grigol Waschadse mit knapp 60 Prozent der Stimmen. Beide Politiker waren früher Außenminister in Georgien.

Der unterlegene Waschadse ist ein Verbündeter des ehemaligen Präsidenten Michail Saakaschwili. Dieser sprach per Videokonferenz aus dem Exil zu seinen Anhängern.

Surabischwili trat als unabhängige Kandidatin an, bekam allerdings die Unterstützung der Regierungspartei. Im Interview mit Euronews ging sie auf die Gewalt und die Proteste im Vorfeld der Wahl ein: "Vor den Wahlen hat es sehr gewalttätige politische Auseinandersetzungen gegeben. Jetzt müssen wir einen Versöhnungsprozess beginnen. Ich wurde von einer Gesellschaft gewählt, die mehr Europa in Georgien will und die das Land in der Europäischen Union sehen will. Die kommenden sechs Jahre sind dafür sehr wichtig."

Auch, wenn ihr Konkurrent die Wahl nicht anerkennen will, ist die Abstimmung wohl weitgehend fair verlaufen. Internationale Wahlbeobachter sprachen von einer insgesamt freien Wahl mit wenigen Mängeln. Allerdings schrieb die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die Wahlbeobachter ausgesandt hatte, von einer "strengen Rhetorik im Wahlkampf", die die Spannungen im Wahlumfeld erhöht habe.

Die aus Frankreich stammende Surabischwili wird die letzte Präsidentin mit umfassenderen Kompetenzen sein. Der darauffolgende Präsident in Georgien wird durch eine Verfassungsänderung in seiner Macht beschnitten. Außerdem wird er nicht mehr direkt gewählt.