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Künstler "Bartek" ist 5. Opfer des Anschlags von Straßburg

Künstler "Bartek" ist 5. Opfer des Anschlags von Straßburg
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REUTERS/Vincent Kessler
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Fünf Menschen haben nach dem Attentat auf dem Weihnachtsmarkt von Straßburg am 11. Dezember ihr Leben verloren. Mehrere Menschen werden weiterhin schwer verletzt in Krankenhäusern behandelt.

Das fünfte Todesopfer, der 35-Jährige mit dem Künstlernamen "Bartek" starb am Sonntagnachmittag im Krankenhaus. Schon am Freitag war sein Freund, der italienische Journalist Antonio Megalizzi (28) seinen schweren Verletzungen erlegen. Die beiden jungen Männner waren auf ein Weihnachtsmarkt unterwegs, als der mutmaßliche Terrorist Chérif Chettak wild aus nächster Nähe auf sie schoss.

Ein weiterer Toter ist ein Familienvater, der mit seiner Frau und drei Kindern den Weihnachtsmarkt besucht hatte. Ebenfalls getötet wurden ein Tourist aus Thailand und ein Straßburger Rentner.

Künstler Barto Pedro Orent-Niedzielski (35)

Sein Künstlername war "Bart" oder "Bartek", Barto Pedro Orent-Niedzielski kam aus Polen, war aber schon in Straßburg aufs Gymnasium gegangen. Der überzeugte Europäer, der mehrere Sprachen beherrschte, träumte davon, in Straßburg ein "Sprachencafé" zu eröffnen.

Sein Bruder Jakub Niedzielski gab den Tod auf Facebook bekannt. Nach seinen schlimmen Schussverletzungen vom 11. Dezember war - auch der Familie - schon mehrmals zuvor der Tod von Barto angekündigt worden.

Eigentlich war er Licht-Techniker, aber viele beschreiben Barto Pedro Orent-Niedzieslki als einen begnadeten Künstler. Er engagierte sich für zahlreiche Anliegen wie die LGBT-Community, Yiddish und Palästina.

Wie sein Freund Antonio Megalizzi arbeitete Barto Pedro Orent-Niedzielski für den Radiosender Europhonica.

Antonio Megalizzi (28) - Radiojournalist

Er war in Straßburg, um über die Sitzung der Europaparlaments zu berichten. Antonio Megalizzi kam aus Trient. Die Stadt trauert um den jungen Mann, der sich für Europa begeisterte - und der von einem Kopfschuss getroffen wurde.

Der Rektor der Universität von Trient will in Erinnerung an Antonio Megalizzi ein Radio-Netzwerk für Studierende ins Leben rufen, um den Traum des getöteten Journalisten zu verwirklichen.

Der Radiosender, für den Anonio Megalizzi arbeitete, hat die traurige Nachricht auf Twitter bestätigt.

Italienische Journalisten bekunden in den sozialen Medien ihre Anteilnahme.

Kamal Naghchband (45) - Automechaniker und Vater von drei Kindern

Die Familie von Kamal Naghchband - auch die Kinder - mussten mit anschauen, wie der 45-Jährige von einer Kugel des Angreifers aus nächster Nähe am Kopf getroffen wurde.

Der Familienvater, der mit seiner Frau und den drei Kindern auf dem Weihnachtsmarkt war, arbeitete als Automechaniker im Viertel Meinau.

Seit mehr als 20 Jahren lebte Kamal Naghchband in Straßburg - er kam aus Afghanistan. Sein Cousin erklärte dem Regionalsender France 3, dass Kamal vor der Unsicherheit und dem Krieg in Afghanistan geflohen war. "Es ist schrecklich, dass er so sterben musste."

Seine Moschee hatte den Tod des Familienvaters bestätigt.

Diese veröffentlicht auf Facebook auch Fotos von der Trauerfeier.

Tourist aus Thailand: Anupong Suebsamarn (45)

Anupong Suebsamarn war laut französischen Medien am 10. Dezember mit seiner Frau in Straßburg angekommen. Er starb bei den Schüssen, die der 29-jährige Chérif Chettak abgegeben haben soll.

Rentner Pascal Verdenne (61) aus Straßburg

Der ehemalige Angestellte einer Bank, der Straßburger Pascal Verdenne, wollte mit seiner Frau und seinem Sohn etwas trinken gehen, als er erschossen wurde.

Unter den Verletzten sind eine 18-Jährige, deren Eltern einen Käseladen in der Nähe betreiben, und der Musiker Jérémy Lovetek aus Epinal, der sich in einem Café neben dem Weihnachtsmarkt auf ein Konzert vorbereitete.

Der Vater des Musikers dankte für die Nachrichten an seinen Sohn in den sozialen Medien und erklärte im Interview mit F3, er wolle auf den Hass nicht mit Hass antworten.

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